Personen aus unserem Gemeindeleben

" Die Liebe besteht in Mitteilung " sagte einst Ignatius von Loyola, der Gründer des Jesuitenordens. Der eine gibt, was er empfangen hat; der andere empfängt und gibt zurück. Je persönlicher aber man dabei von Gott angesprochen wird umso deutlicher wird einem die eigene Berufung.

Im Laufe der Jahre haben viele Frauen und Männer in unserer Gemeinde ihre Berufung deutlich gemacht. Ob als Katechetinnen in der Stadt oder auf den Außenstationen, Angestellte im Bahnhofsdienst (von 1950-1956 betrieben), Pfarrsekretärin, Gemeindehelferin oder Seelsorghelferin, Fürsorger oder Hausmeister - viel Fleiß, Kraft (einige mussten in den Anfangsjahren bis zu 70 km in der Woche zu Fuß zurücklegen) und " Herzblut " wurde hier investiert.
Nun sind 76 Jahre Kirchengeschichte keine allzu große Zeit, aber schon eine Spanne in der so mancher vergessen, in der an so manchen kaum mehr gedacht wird. Anders ist es jedoch bei einigen, die trotz ihres Heimganges in die Ewigkeit oder ihres Weggehens aus unserer Gemeinde, uns nahe geblieben sind. Namen wie Anton Berger, Herr Paschen, Maria Wagner, Willi Maaß, Maria Mach, Johannes Höpfner, Maria Krause, Karl Tott, Gertrud Koch, Apollonia Klepke, Stefanie Sinn, Maria Siebert, Erich Gehrmann, Anni Kowalewski, Hartmut Storrer oder Brigitte Lorenz werden vielen Gemeindemitglieder noch lange in Erinnerung sein. Einige von ihnen sind aus dem Arbeitsleben heraus gestorben, nach Gottes Fügung war ihr Lebenswerk abgeschlossen, nach unserem Ermessen war es oftmals viel zu früh. Andere haben ihr Leben gelebt, waren wie Maria Siebert, eine ganz fleißige und Liebe und bis ins hohe Alter bei uns in der Gemeinde tätig. Wieder andere, wie Brigitte Lorenz, eine wahrhaft handfeste Gemeindereferentin - sie hätte auch als Hausmeister bei uns arbeiten können, sind aus dem Bereich der Gemeinde weggezogen. Ihnen allen gemeinsam aber gilt unser Dank und unser Erinnern.


Um die geistliche Berufung - um
" Menschsein - Christsein - Jüngersein "
geht es aber vor allem auf dieser Seite.

Wenn wir heute auf all die Jahre zurückblicken, dann waren in unserer Pfarrgemeinde viele Priester und Ordensleute präsent, für ihre Entwicklung prägend und verantwortlich.


Die Gründerväter unserer Pfarrgemeinde
W. Berning - W. Leffers - H. Hemesaat

 Dr. theol. Hermann Wilhelm Berning 
Bischof von Osnabrück

  

29.09.1914 - 23.11.1955

(26.03.1877 - † 23.11.1955)

Wilhelm Berning wurde am 26. März 1877 als Sohn des Tischlermeisters Johann Bernard Berning und seiner Ehefrau Elisabeth-Caroline (geborene Rosemeyer) in Lingen geboren.
Ostern 1895 bestand er die Reifeprüfung am Georgianum in Lingen mit einem überdurchschnittlichen Abiturzeugnis. In den folgenden Jahren studierte er in Münster und Breslau Philosophie, Theologie und Geschichte. Über das Hebräische kam er in Berührung mit den orientalischen Sprachen und studierte Arabisch, Syrisch, Armenisch und Koptisch. Wegen seines noch jungen Alters von 22 Jahren wurde er erst nach päpstlichem Dispens am 10. März 1900 zum Priester geweiht.
Im Jahr 1901 wurde er Oberlehrer am Königlichen Gymnasium in Meppen. Neben seiner Gymnasialtätigkeit bildete er von 1904 bis 1914 als Leiter des Pädagogischen Kurses in Haselünne Lehrerinnen aus. Seine nebenamtlichen Aufgaben als Pfarrseelsorger veranlaßten Berning zu sozial-caritativer Tätigkeit. So gründete er den Meppener Arbeiterverein und befürwortete im Gewerkschaftsstreit der Jahre 1909 bis 1912 die Öffnung der katholischen Arbeitervertretungen hin zu interkonfessionellen christlichen Gewerkschaften. Seit mindestens 1903 war Berning Mitglied der Zentrumspartei (dies blieb er bis zu ihrer Auflösung 1933).
Am 26. Mai 1914 zum Bischof von Osnabrück gewählt, wurde er am 29. September 1914 als 37jähriger zum Bischof geweiht. 1921 wurde ihm das Amt des Apostolischen Vikars für die Norddeutschen Missionen übertragen. Aufgrund des preußischen Konkordates wurde das Apostolische Vikariat der Norddeutschen Missionen dann am 1. September 1930 dem Bistum Osnabrück eingegliedert.
Er gründete den Diözesan-Caritasverband (1916), organisierte das Vereinswesen neu (1916), schuf einen Erziehungsverein für verwahrloste Jugendliche und die Kinderferienerholung (1917) und veranlaßte die Niederlassung (Franziskanern in Ohrbeck - 1918) und Gründung von Ordensgemeinschaften (Marien - Missionsschwestern 1920, Liebfrauenschwestern für Familienpflege 1925). Von der am 25. März 1920 gegründeten " Gesellschaft der Missionsschwestern vom heiligen Namen Mariä " kamen am 15. Juli 1946 auch die ersten zwei Schwestern nach Güstrow.

1918 zur Firmung in Schwerin   zu Besuch im Gefangenenlager Bockhorst / Gü:strow 1918   zur Kirchweihe 1929 in Gü:strow

Im Jahre 1931 wurde er zum Päpstlichen Thronassistent ernannt und am 1. Mai desselben Jahres wurde von ihm das Dekanat Mecklenburg gegründet.
Am 11. Juli 1933 übernahm er einen Sitz im Preußischen Staatsrat (vergewisserte sich im September 1934 der Zustimmung des Papstes über die Beibehaltung des Amtes). Mit diesem Amt verband er nach seinem Selbstverständnis keinen Auftrag des Staates, sondern einen der Kirche mit dem Ziel, deren Freiheit gegenüber dem Staat zu sichern.
Sein Verhätnis zum Nationalsozialismus war geprägt von dem anfänglichen Vertrauen auf die Zusagen Hitlers am 23. März im Reichstag (danach sollte das Christentum wieder Fundament des sittlichen und moralischen Lebens des Volkes werden) und wenig später in der persönlichen Audienz am 26. April 1933.
Von der Propaganda des NS-Regimes mehrmals mißbraucht (z.B. sein Besuch im Emslandlager Aschendorfer Moor am 25. Juni 1936) nahm er aber zusehends den wahren Charakter der Nationalsozialisten wahr und reagierte entsprechend darauf. In der Silvesterpredigt 1941, warf er den Machthabern die Mißachtung der Persönlichkeitsrechte der Menschen wie " das Recht auf Freiheit, auf Leben, auf die Unverletzlichkeit des Körpers, auf Eigentum " vor. Dies führte zu einer unverhohlenen Drohung Hermann Göring`s gegen ihn.
Die Uneinigkeit der deutschen Bischöfe in der Frage der öffentlichen Reaktionen auf die Greueltaten der NS führte dann aber dazu, dass auch sein Einsatz für verfolgte Menschen in den vierziger Jahren zunehmend unwirksam wurde. Dennoch setzte er sich immer wieder für sie ein, so auch für die Lübecker Kapläne Johannes Prassek (1911 - †1943), Hermann Lange (1911 - †1943) und Eduard Müller (1912 - †1943) und den Pfarrer von Neustrelitz Dr. Bernhard Schwentner (1891 - †1944). Berning beauftragte sofort Rechtsanwälte, wandte sich an das Berliner Justizministerium und besuchte die inhaftierten Kapläne mehrmals. Es stimmt nicht, dass er die Kapläne " fallengelassen hat ", wie es die Gestapo ihnen immer wieder einredete.
Ihr Todestag (10.11.1943) wurde in der Krypta der Lübecker Herz-Jesu Kirche seither in jedem Jahr gefeiert. Am 25. Juni 2011 feierte unser Erzbistum dann eines der größten Feste in seiner Geschichte: In Lübeck wurden die drei Kapläne Johannes Prassek, Eduard Müller und Hermann Lange seliggesprochen, die gemeinsam mit dem evangelischen Pastor Karl Friedrich Stellbrink im Widerstand gegen das NS-Regime Zeugnis für ihren Glauben abgelegt haben und als Märtyrer durch das Fallbeil gestorben sind.
Diese Glaubenszeugen sind nun Vorbilder für uns alle, stärken unseren Glauben und schenken uns Vertrauen.

Anläßlich seines 50jährigen Priesterjubiläums erhob Papst Pius XII. Wilhelm Berning 1949 in den Rang des Titular-Erzbischofs. Die Stadt Lingen verlieh ihm am 24. März 1952 die Ehrenbürgerschaft, seine Heimatstadt Osnabrück am 26. März 1952.
Am 8. April 1946 gründete er das Bischöfliche Kommissariat in Schwerin. Mit diesem Schritt reagierte er auf die repressive Politik der sowjetischen Besatzungsmacht, die dann in die deutsche Teilung münden sollte. Obgleich die katholische Kirche in Mecklenburg immer ein Teil des Bistums Osnabrück blieb, begann hier nun der Weg in eine weitgehende Selbstündigkeit. In deren Folge wurde Schwerin in den Jahren 1973 - 1994 zum Sitz eines Apostolischen Administrators, der alle Rechte eines residierenden Bischofs besaß.

Dr. Wilhelm Berning verstarb am 23.11.1955 in Osnabrück.


  Wilhelm Leffers


Pfarrer der Christus-Gemeinde Rostock

1902 - 1940

(26.03.1871 - † 25.04.1952)

Am 26. März 1871 in Steinbild an der Ems geboren, wurde er am 16.09.1894 in Osnabrück zum Priester geweiht. Mehrere Jahre wirkte er als Kaplan in Ankum (Bz. Osnabrück) und kam dann im April 1902 nach Rostock. Hier erbaute er die Neue Christuskirche (Weihe war am 24.10.1909) und sorgte für die Einrichtung einer katholischen Klinik, einem Kinderheim und einer Schule.
Wilhelm Leffers war der Gründervater der späteren Pfarrgemeinden Güstrow, Tessin, Marlow und Warnemünde. Der hlg. Vater zeichnete ihn durch die Ernennung zum päpstlichen Geheimkämmerer aus.
Schon in den ersten Jahren des "Dritten Reiches" wurde er aufgrund einer üblen Denunziation verhaftet und in der Strafanstalt Dreibergen bei Bützow für mehrere Jahre eingesperrt. Nach seiner Freilassung kehrte er nach Rostock zurück, wurde aber bereits 1940 erneut verhaftet und inhaftiert. Aufgrund seines schlechten Gesundheitszustandes wurde er haftunfähig entlassen, durfte aber nicht nach Rostock zurückkehren, ja nicht einmal in Mecklenburg bleiben. Er kam dann nach Altglashütten wo er weiterhin seelsorglich tätig war.
Im Jahre 1949 war er noch einmal zu Besuch in Rostock, wo er mit großer Freude empfangen wurde. Am 25. Mai 1952 starb er in Altglashütten, wo er vorläufig beerdigt wurde (seine letzte Ruhestätte fand er dann in Rostock, so wie er es sich gewünscht hatte).


Der erste eigene Pfarrer nach der Reformation
Heinrich Hemesaat

01.04.1920 - 30.04.1941

(11.07.1881 - † 22.06.1951)

Heinrich Hemesaat wurde am 11. Juli 1881 in Osnabrück geboren. Nachdem er seine erste Ausbildung am Gymnasium Carolinum seiner Vaterstadt mit dem Abitur abgeschlossen hatte, erwarb er sich an den Universitäten Freiburg und Münster die theologischen Grundlagen für sein späteres Wirken. Am 23. Februar 1907 empfing er im Dom zu Osnabrück durch Bischof Hubertus Voß die Priesterweihe.
Von 1908 - 1920 in der Diaspora Mecklenburg in der Christus-Gemeinde Rostock als Vikar tätig, besuchte er von 1914 - 1919 jede Woche am Donnerstag die Lazarette des Güstrower Gefangenenlagers auf der Bockhorst und hielt nachmittags in der Stadt den Religionsunterricht für die hiesigen Kinder.
Zum 1. April 1920 zum Pfarrer von Güstrow ernannt, wohnte er zunächst in einem möbilierten Zimmer, das er bei der Witwe des verstorbenen Kreisphysikus Dr. Habermann fand. Anfang 1921 ergab sich dann die Gelegenheit, das Haus in der Besserstraße Nr. 1 zu kaufen, das dann das neue Pfarrhaus wurde.
Am 22.06.1951 verstarb Heinrich Hemesaat in Rostock. Die Gemeinde wird ihn nicht vergessen.


Kaplan Karl Fischer

1.  16.04.1924 - 1925
2.  02.10.1926 - 1927

(* 20.12.1900 - † 28.03.1972)

Carl Fischer (warum er sich dann später in Karl umbenannte ist ungewiss) wurde am 20. Dezember 1900 in Hamburg-Ottensen (Altona) als Sohn des Magistratsschreibers George Fischer und seiner Frau Johanna geboren. Nach dem Besuch der Volksschule begann er eine Kaufmannslehre, brach diese jedoch ab und wurde Arbeitsbursche in einer Hamburger Maschinenfabrik.
Im Selbststudium erwarb er die Kenntnisse zum Bestehen der Aufnahmeprüfung für ein Gymnasium, zog im April 1918 ins emsländische Meppen, wurde von dort zum Militärdienst einberufen und kehrte nach Kriegsende dahin wieder zurück.
In Meppen legte er dann auch am 22. Januar 1920 sein Abitur ab.
Er studierte Katholische Theologie und Philosophie in Münster, Fulda und schließlich im Priesterseminar in Osnabrück. Nachdem er dort am 16. März 1924 zum Priester geweiht wurde war er zum ersten Mal von 1924 bis 1925, dann in Eutin und zum zweiten Mal von 1926 bis 1927 als Kaplan bei uns in Güstrow tätig.
In Bremen war er vier Jahre als Rektor der Raphaelskapelle und Auswandererseelsorger von 1928 bis 1932 und als Redakteur des Bremer Kirchenblattes "Ansgarius" tätig. Im Jahr 1932 kam er als Pfarrer von Parchim zurück nach Mecklenburg und ab 1938 als Pfarrer nach Neubrandenburg.
Von September 1946 bis zum Oktober 1952 (lt. Papiere bis 11.02.1955) war er Pfarrer in Neustrelitz.
Am 01.07.1955 wurde er pensioniert und ist aus dem aktiven kirchlichen Dienst ausgeschieden und am 13.06.1961 erfolgte die Suspendierung von seinem Priesteramt durch den Schweriner Bischof Dr. Bernhard Schräder.

Soweit seine "kirchliche Karriere". Seine politische war für einen katholischen Priester sicher ungewöhnlicher, seine schriftstellerische noch viel mehr, seine Homosexualität brachte ihn schließlich bis an den Rand des Abgrundes, aber "gesprungen" ist er selber. Seinen "politischen Harakiri" in der DDR besiegelte er dann noch mit seiner zweiseitigen "wissenschaftliche Abhandlung" mit der Bitte um Weiterleitung an die Staatsorgane vom 21. März 1964, machte ihn trotz seiner Dienste für Partei, Staat und Mfs zur Unperson in der DDR bis hin zu seinem Tod 1972 in den Hoffnungstaler Anstalten in Lobetal.
Ich möchte hier garnicht weiter darauf eingehen, es ist alles im Buch "Priester in zwei deutschen Diktaturen. Die antifaschistische Legende des Karl Fischer (1900–1972)" von Bernd Schäfer nachzulesen.

" Unstreitig sind aber seine Hilfen für ausländische Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter, insbesondere für katholische Polen die nach 1939 in Neubrandenburg und Umgebung interniert oder in Betrieben und auf Höfen beschäftigt waren. Die Zustände im Kriegsgefangenenlager Fünfeichen, wo tausende polnischer und russischer Kriegsgefangener vegetierten und in großer Zahl auch verhungerten, stießen auf seine Empörung. Zwangsarbeitern gewährte er Zugang in sein Neubrandenburger Pfarrhaus, gab ihnen Lebensmittel und hörte mit ihnen ausländische Radiosender. " (aus: B.Schäfer`s Buch S.58)
Zur Zeit seiner Anstellung als Kaplan in Güstrow gab es zeitweilig in Mecklenburg mehr polnische als deutsche Katholiken (sie kamen zumeist aus dem Gouvernement Kalisz). Die katholische Kirche hier stand daher ebenfalls vor einigen Schwierigkeiten. Mit den sozialen Problemen der Polenseelsorge hatte sich damals schon vor allem auch Karl Fischer beschäftigt. In seinem Buch " Das Werk der sieben Tage " Paderborn; Bonifacius-Druckerei (1931) befinden sich aus dieser Zeit auch zahlreiche persönliche Erinnerungen.
" Sie singen zunächst zum Steinerweichen, und dann hören sie nicht wieder auf. " schreibt er, wenn sie ihr " Serdeczna Matka " anstimmen. " Das ist ein Lied mit schätzungsweise 27 Strophen, und jedes Mal, wenn ein Vers zu Ende war, kam der andere wie aus der Pistole geschossen hinterher so dass der Pastor beim besten Willen nicht dazwischen konnte .... Jetzt macht er es so: wenn der Gottesdienst beginnt, stimmt er selbst ein polnisches Lied an, und sobald sie nach seiner Ansicht genug gesungen haben, fängt er an zu schellen, dann fällt alles in die Knie, schweigt für einen Augenblick, und diese Pause benutzt er, um mit dem Hochamt weiter fortzufahren. "

Seine wirren und erfundenen Geschichten um seine Zeit zwischen 1939 und 1946, sein sogenannter "antifaschistischer Widerstand" in Neubrandenburg und Berlin sind alle nicht wahr, hervorgerufen aus den Zwängen seiner Veranlagung, deren Folgen und seinem Ehrgeiz gesellschaftlich und politisch anerkannt zu werden.
Als fast schon militant zu nennendes Mitglied der CDU, war er seit 1950 Volkskammerabgeordneter der DDR womit er jedoch auch viele Gemüter verwirrte. " Ich glaube, dass er selbst außerordentlich unter dem Zwiespalt im Inneren, seiner Treue zur Kirche und seiner Überzeugung, er könne und müsse der Menschheit helfen, leidet " schrieb Dr. Wilhelm Berning an Dr. Schräder am 9. Februar 1951.
Auch seine Mitarbeit im Mfs mit dem selbst gewählten Decknamen "Marduk", seine bis 1957 andauernden Denunziationen von Mitpriestern, Gläubigen oder einfach ihm unliebsamen Personen machte ihn nicht liebenswerter. So war es nicht verwunderlich, dass der mecklenburgische Klerus eine ablehnende Haltung gegenüber ihn einnahm, zumal er selbst wenig Verbindung zu seinen Mitbrüdern hielt.

Am 22. Oktober 1952 verunglückte er schwer mit dem Auto, erlitt einen Schädelbruch und war über zwei Jahre bettlägerig, faktisch kaum zu politischer wie seelsorgerlicher Tätigkeit in der Lage, litt immer wieder unter Schwäche- und Schwindelanfällen.
Aufgrund seiner ihm immer wieder verbotenen weitergehenden politischen Tätigkeiten wurde ihm dann 1955 seine Pensionierung nahegelegt, die er auch annahm. Er schied somit aus dem aktiven kirchlichen Dienst aus und verlebte seinen Ruhestand in Röntgental / Zehdenick bei Berlin.
Politisch auf der Höhe seiner Karriere, er bekam zu seinen zahlreichen staatlichen Auszeichnungen 1963 auch noch den "Vaterländischen Verdienstorden in Silber" verliehen (Bronze hatte er schon), agierte er so radikal gegen die katholische Kirche, dass sich der Bischof Dr. Bernhard Schräder gezwungen sah ihn 1961 von seinem Amt als katholischer Priester zu suspendieren und ihm jegliche Tätigkeit dahingehend zu verbieten.

Völlig verwarlost und heruntergekommen wurde Karl Fischer im Dezember 1970 aufgrund von Beschwerden der Anwohner und drohender Staatsanwaltlicher Ermittlungen dazu bewegt in ein abgeschirmtes Altenheim umzuziehen. Die in evangelischer Trägerschaft befindlichen Hoffnungstaler Anstalten in Lobetal bei Bernau erklärten sich dann bereit ihn aufzunehmen, an katholische Einrichtungen wollte weder Fischer noch Wulf Trende vom Hauptvorstand der CDU wegen einer Aufnahme herantreten.
Im Februar 1971 besuchte ihn noch der neue Schweriner Bischof Heinrich Theissing, doch körperlich stark verfallen nahm er diesen kaum noch wahr.
Karl Fischer verstarb am 28. März 1972, wurde nach Neustrelitz überführt und dort am 6. April " im Grab seiner Familie durch seinen früheren, von ihm 18 Jahre zuvor bei der SED-Kreisleitung Neustrelitz als "Staatsfeind" denunzierten Kaplan und nun agierenden Pfarrer Bernhard Kiepe beigesetzt " (aus: B.Schäfer`s Buch S.78).


Kaplan Eberhard Grawe

24.04.1926 - 30.09.1926


Kaplan Franz Wippern

05.09.1927 - 30.09.1929

(05.02.1901 - † 27.11.1962)

Franz Joseph Bernhard Wippern wurde am 05. Februar 1901 als Sohn des Apothekers Wippern in Glandorf (bei Osnabrück) geboren. Nach der Hochschulreife am Realgymnasium in Ahlen 1920 begann er mit dem Studium der Theologie von 1920 - 23 in Münster.
Seine Priesterweihe fand am 20.12.1924 in Osnabrück statt. Stationen seines Wirkens waren Aschendorf (1925 - 27), Güstrow (1927 - 29), Georgsmarienhütte (1929 - 31), Kaplan und Lehrer in Haren (Ems; 1931 - 33), Börger (1933 - 37), Aschendorf (1937 - 40), Rulle (1941) und Wettrup (1948 - 62)
Am 27.11.1962 verstarb er als Pfarrer von Wettrup (Krs. Lingen).


Kaplan Wilhelm Steinrücke

25.09.1929 - 30.04.1930


Kaplan Heinrich Tangen

1930 - 28.02.1935

( - † 10.11.1968)


Kaplan Bernhard Leffers

01.03.1935 - 29.02.1938

(24.02.1906 - † 15.10.1948)

Bernhard Leffers wurde am 24. Februar 1906 in Delmenhorst als ältester Sohn des Kaufmanns Heinrich Leffers und seiner Ehefrau Emma (geb. Zurbonsen) geboren. Am 22. Dezember 1934 wurde er im Dom zu Osnabrück zum Priester geweiht. Sein Wunsch in der Diaspora zu wirken fand dann 1935 durch seine Kaplansstelle in Güstrow die Erfüllung.
Ihm hat die Güstrower Gemeinde viel zu verdanken. Sei es das erste Auto mit dem die weiten Entfernungen der Aussenstationen leichter zu bewältigen waren, oder die gußeiserne Marienfigur an der Außenseite unserer Kirche.
Am 19.5.1938 wurde er zum Pastor der neuerrichteten Seelsorgestelle "Maria Meeresstern" in Warnemünde ernannt (2 1/2 Monate nach seiner Ernennung war die Einweihung unseres Gemeindehauses - sein Abschiedsgeschenk an die Pfarrgemeinde). Wie auch schon bei uns, sah er eine besonders wichtige Aufgabe in der Erziehung der Kinder zu glaubensfesten Christen. Diesem Anliegen opferte er jede freie Stunde.
Ein schweres Leiden (Schrumpfniere) schien ihn dann zwingen zu wollen, sein begonnenes Werk aufzugeben - er gab jedoch nicht auf, ließ sich auch nicht an eine leichtere Stelle versetzen und starb am 15. Oktober 1948 in seiner Pfarrgemeinde Warnemünde wo er auch beerdigt werden wollte.


Kaplan Otto Nagel

01.03.1938 - 30.09.1938


Kaplan Eugen Eussner

01.09.1938 - 30.07.1946

(14.10.1910 - † 03.04.1966)

Eugen Eussner wurde am 14. Oktober 1910 in Nassau (Lahn) geboren. Am 19.1 Dezember 1936 in Osnabrück zum Priester geweiht, begann sein priesterliches Wirken als Vikar in Nordstrand. Im Jahr 1938 kam er als Kaplan zu uns nach Güstrow. Nach dem viel zu frühen Tod des Matgendorfer Pfarrers Hermann Pranger (er starb am 22.01.1946 an Typhus) übertrug ihm der Bischof am 1. September 1946 dieses verwaiste Amt. Wie schon sein Vorgänger widmete auch er sich mit Eifer und Ausdauer seiner neuen Gemeinde.
Nachdem er schon 1965 zwei Monate im Krankenhaus verbringen musste, kam er am 16. Februar 1966 wiederum ins St. Hedwigskrankenhaus nach Berlin wo er am 3. April 1966 verstarb.


Pfarrer Bernhard Mecklenburg

01.05.1941 - 26.07.1942

(11.03.1903 - † 03.02.1962)

Bernhard Mecklenburg wurde am 11. März 1903 in Hüntel / Emsland geboren. Nach seiner Priesterweihe im Jahre 1930 wurde er Kaplan in Hagen bei Osnabrück, fünf Jahre später Kaplan in Flensburg. 1937 wurde er Pastor in der neuerrichteten Pfarrgemeinde Herz-Jesu in Bremen.
1941 wurde ihm dann die Seelsorge in den Diasporagemeinden Mecklenburgs mit der Pfarrerstelle in Güstrow übertragen. Diese Arbeit "im Steinbruch des Herrn" überforderte seine körperlichen Kräfte. So versetzte ihn Bischof Berning im August 1942 als Pastor nach Hamburg-Rahlstedt.
Im März 1943 wurde er von der Gestapo inhaftiert und in das KZ Dachau gebracht, von wo er im Mai 1945 zurückkehrte. Aufgrund seiner zunehmenden Krankheit aber wurde er am 1.März 1961 von seinem Amt entbunden. Kurz vor Weihnachten 1961 unterzog er sich in der Robert-Koch Klinik in Freiburg / Brsg. einer schweren Operation, an deren Folgen er am 3.2.1962 starb.


Pfarrer August Niemeyer

09.08.1942 - 09.03.1968

(28.01.1904 - † 09.03.1968)

Päpstlicher Geheimkämmerer


August Niemeyer wurde am 28. Januar 1904 in Iburg am Teutoburger Wald geboren. Nach dem Besuch des Gymnasium Laurentianum in Warendorf / Westf. studierte er in Münster und Osnabrück Theologie.
Am 17. Dezember 1927 im Osnabrücker Dom von Dr. Wilhelm Berning zum Priester geweiht, war er dann als Kaplan in Neubrandenburg, an der Marienkirche in Bremen und am Kleinen Michel in Hamburg tätig.
Durch den Dechanten Heinrich Hemesaat ( unseren ehemaligen Pastor ) wurde er am 09.08.1942 in sein Güstrower Amt eingeführt.
Am 05. Mai 1945 mußte er das Pfarrhaus für die russische Besatzungsmacht räumen. Die Bewohner des Pfarrhauses kamen dann mit 29 anderen Personen im kleineren Saal des Pfarrheimes unter. Der Prälat August Niemeyer bemühte sich in der Nachkriegszeit auch sehr um die beschlagnahmten Glocken der evangelischen Stadtkirchen.
Am 06.09.1958 erfolgte seine Ernennung zum Dechanten und am 22.06.1959 zum Päpstlichen Geheimkämmerer (Prälat).
Im August 1967 feierte Prälat Niemeyer noch sein 25jähriges Ortsjubiläum in Güstrow. Er starb am 09.03.1968 ganz plötzlich auf dem Weg zur Kirche und wurde unter großer Anteilnahme der Gemeinde und Priester (mit dem Weihbischof Dr. Schräder waren noch 70 weitere anwesend) in Güstrow beigesetzt.
Prälat Niemeyer beschäftigte sich gern mit dem Studium der mecklenburgischen Kirchengeschichte und der Kunstdenkmäler des Landes. Mit besonderem Eifer bemühte er sich auch um das Lebenswerk Niels Stensens. Trotzdem war er in erster Linie immer der Seelsorger seiner Pfarrgemeinde. Mit seinem goldenen Humor, der in seinem tiefen Glauben wurzelte, verstand er es seine Mitmenschen immer wieder froh zu machen - war er ihnen in den Jahren der Not stets ein helfender Vater.


Kaplan Herbert Ulbrich

01.07.1946 - 30.11.1948

(28.07.1916 - † 14.10.2005)

Geistlicher Rat h.c.


Herbert Ulbrich wurde am 28. Juli 1916 in Görlitz geboren. Am 14. April 1946 in Osnabrück zum Priester geweiht kam er am 1. Juli 1946 als Kaplan nach Güstrow.
Weitere Stationen seines Wirkens waren Lübtheen (Pastor ab 1.5.1949), Jugendseelsorger für das Bischöfliche Kommissariat Schwerin (ab 1.10.1953), Pastor in Hagenow (ab 1.11.1959) und seit dem 1. April 1972 Pfarrer in Hagenow.
Am 15.12.1981 wurde er zum Geistlichen Rat h.c. ernannt.
Er starb am 14. Oktober 2005 im katholischen Alten- und Pflegeheim in Parchim.


Kaplan Wilhelm Scholz

01.05.1947 - 30.09.1953

(01.04.1917 - † 02.10.2005)

Ehrendomherr des Metropolitankapitels von Kattowitz


Wilhelm Scholz wurde am 01. April 1917 in Gieschewald bei Kattowitz geboren. Erzbischof Dr. Wilhelm Berning weihte ihn am 19.03.1947 in Osnabrück zum Priester und ließ ihn bei uns in Güstrow seine erste Kaplansstelle am 01 Mai 1947 antreten.
Von 1953 - 1988 betreute er als Pfarrer in Rehna seine Gemeindemitglieder, die in 32 Ortschaften zerstreut wohnten. Hier erbaute er auch unter den schwierigen Bedingungen der damaligen ( DDR ) Zeit die dortige Kirche.
Seit 1988 war er Hausgeistlicher im Altenheim St. Josef in Salzbergen wo er dann am 02. Oktober 2005 auch starb und beerdigt wurde.


Kaplan Günther Kokoschka

01.04.1949 - 30.09.1952

(08.01.1919 - † 04.06.1989)

Günther Kokoschka wurde am 8. Januar 1919 in Breslau geboren. Am 20. März 1949 in Neuzelle zum Priester geweiht, kam er als Vikar nach Güstrow.
Weitere Stationen seinen priesterlichen Wirkens waren Stavenhagen (1952,1959), Laage (1955), Schwetzin (1955, 1959), Lübz (1963), Rerik (1966) und Malchow (1972).
Seit Anfang April 1982 im Ruhestand, verstarb er am 4. Juli 1989.


Kaplan Günther Danitz

01.09.1952 - 30.09.1955


Kaplan Erich Dolega

01.09.1953 - 01.03.1956

( - † 23.10.1984)


Kaplan Ludwig Schöpfer

01.09.1955 - 28.10.1959

(* 10.12.1930 - † 04.12.2011)

Ludwig Schöpfer wurde am 10. Dezember 1930 in Berlin-Wilmersdorf geboren. Nach seiner Priesterweihe am 29. Juli 1955 in Schwerin kam er als Kaplan nach Güstrow.
Weitere Stationen seines Wirkens waren Schwerin (1959), Marlow (1967) und Waren / Müritz (1971), ab 1986 Pfarradministrator von Röbel und Malchow und Dechant des Dekanates Neubrandenburg.
Nach der Wende tauschte er 1992 seine Gemeinde und wechselte nach Schleswig, im Gegenzug kam der dortige Pfarrer nach Waren.
Seit 1996 Pfarrer im Ruhestand lebte er in Niendorf / Ostsee und war in Timmendorfer Strand Hausgeistlicher. 2008 zog er aus gesundheitlichen Gründen in das katholische Altenheim St. Franziskus in Rostock, wo er auch 2011 verstarb.
Beerdigt wurde er in der Familiengrabstätte in Adendorf bei Lüneburg.


Kaplan Rudolph Thomas

07.03.1956 - 19.10.1957

( - † 18.03.1988)

Rudolph Thomas kam am 7. März 1956 als Kaplan nach Güstrow. Vorher hatte er als Kaplan in Parchim zusammen mit Kaplan Hohn gewirkt.


Kaplan Wilhelm Hohn

1. 01.07.1956 -     
2. 04.12.1959 - 07.09.1962

(1921 - † 11.02.2008)

Im schlesischen Ohlau 1921 geboren, studierte Wilhelm Hohn von 1946 bis 1950 Theologie und wurde 1951 in Osnabrück zum Priester geweiht. Nach erstem Einsatz in Bad Oldesloe war er von 1952-54 Kaplan in Tessin, von 1955-56 in Parchim und am 1. Juli 1956 kam er erstmalig als Kaplan nach Güstrow. Zwischenzeitlich war er 1957 Kaplan in Waren und kam dann zum zweiten Mal, nun aber etwas länger, am 4. Dezember 1959 wieder nach Güstrow.
Nachdem Pfr. Kindermann aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand ging, kam er am 8. September 1962 als neuer Pfarrer nach Krakow am See.
1974 tauschte er mit dem Bützower Kaplan Marquardt die Stelle und war vom 14. November 1974-76 Pastor in der Antoniusgemeinde Bützow.
Wilhelm Hohn lebte bis zu seinem Tod am 11. Februar 2008 als Pfarrer i. R. in Duisburg.


Kaplan Hans Naczenski

08.09.1962 - 06.08.1965

(29.12.1925 - † 14.05.2007)

Am 29. Dezember 1925 in Proskau (Kr. Oppeln - heute Polen) als Johannes, Sohn des Schornsteinfegers Martin und seiner Frau Hedwig Naczenski geboren absolvierte er ab 1943 seinen Wehrdienst. Die Zeit von 1945 - 1948 verbrachte er in Kriegsgefangenschaft in der Nähe von Astrachan an der Wolga.
Von 1948 - 1953 studierte er Theologie, Philosophie und Pädagogik in Königsstein, Osnabrück und München. Am 20.12.1953 wurde er dann zum Priester geweiht.
Am 1. September 1962 kam er als Kaplan nach Güstrow. Vorher war er als Vikar in Billstedt-Geesthach, Ludwigslust und Schwaan (1954) sowie Schwerin (1955) und Wittenburg (1959) tätig.
- weiteres weiter unten bei Pfarrer Hans Naczenski -


Kaplan Franz Josef Abel

01.09.1965 - 30.09.1966


Pfarrer Hans Naczenski

01.05.1968 - 30.11.1994

(29.12.1925 - † 14.05.2007)

Am 29. Dezember 1925 in Proskau (Kr. Oppeln - heute Polen) als Johannes, Sohn des Schornsteinfegers Martin und seiner Frau Hedwig Naczenski geboren absolvierte er ab 1943 seinen Wehrdienst. Die Zeit von 1945 - 1948 verbrachte er in Kriegsgefangenschaft in der Nähe von Astrachan an der Wolga.
Von 1948 - 1953 studierte er Theologie, Philosophie und Pädagogik in Königsstein, Osnabrück und München. Am 20.12.1953 wurde er dann zum Priester geweiht.
Am 1. September 1962 kam er als Kaplan nach Güstrow. Vorher war er als Vikar in Billstedt-Geesthach, Ludwigslust und Schwaan (1954) sowie Schwerin (1955) und Wittenburg (1959) tätig.
Nach seiner Güstrower Kaplanszeit (1962 - 1965) wurde er Pfarrer von Crivitz (09/1965). Am 01. Mai 1968 ernannt, wurde er durch Dechant Weidner aus Ribnitz am 09. Mai 1968 in sein neues Amt als Pfarrer von Güstrow eingeführt.
Sein silbernes Priesterjubiläum feierte er am 20.12.1978 und sein goldenes, nachdem er am 30.11.1994 in den Ruhestand ging, am 20.12.2003 im Kreise seiner Gemeinde.

" ... Wir sollen den anderen vorangehen, aber uns nicht um die ersten Plätze rangeln. Es kommt nicht darauf an, als wievielter man losrennt, sondern als wievielter man ankommt. Die letzten werden die ersten sein. Damit sind nicht die Trägen und Drückeberger gemeint, sondern die an der Seite derer, die es schneller nicht schaffen. ... "
(aus : "Was es dort zu Hören gibt" von Hans Naczenski)

Hans Naczenski, Pfarrer i.R. verstarb in den Morgenstunden des 14. Mai 2007 in Güstrow.


Kaplan Gerhard Bollweg

01.10.1968 - 30.08.1971

(23.04.1939 - )

Gerhard Bollweg wurde am 23. April 1939 in Groß Wüstenfelde geboren und am 29. Juli 1965 in Matgendorf zum Priester geweiht.
Nach seinen Wirkungsstätten in Sternberg (1965), Zühr, Grevesmühlen, Ludwigslust und Wismar (1966) kam er am 1. Oktober 1968 als Kaplan nach Güstrow.
Weitere Stationen als Kaplan in Bützow (1971), Jugendseelsorger im Bischöflichem Kommissariat Schwerin und Pfarrer in Röbel (1973), Pfarrer in Bützow (1976), Seelsorger für die Stafvollzugseinrichtungen in Bützow und Neustrelitz (1980) und Pfarradministrator in Schwaan (1986) folgten.
Seit 1994 ist er Pfarrer in Goldberg und bis zum 31.12.2005 auch Pfarradministrator von Krakow am See.


Kaplan Anton Beer

01.09.1971 - 30.05.1975

(16.12.1938 - )

Anton Beer wurde am 16. Dezember 1938 in Pernharz geboren und am 21. Dezember 1965 in Neustrelitz zum Priester geweiht.
Als Kaplan 1966 nach Wittenburg gekommen, waren Malchow, Zühr, Parchim und Schwerin (1967) weitere Stationen seines Wirkens. Im November 1971 wurde er dann Kaplan bei uns in Güstrow. Kaplan " Toni " war aufgrund seiner vielfältigen Talente sehr beliebt in der Gemeinde.
Zum 1. Mai 1975 zum Pastor von Grevesmühlen ernannt, wurde er danach Pfarrer in Wittenburg (1982), Röbel und Mirow (1983), Pfarradministrator von Malchow (1985), Pfarrer von " St. Josef " in Rostock (1986) und seit 1994 Pfarrer in Friedland.


Kaplan Bernhard Angrick

01.05.1975 - 15.05.1977

(03.03.1950 - )

Bernhard Angrick wurde am 3. März 1950 in Schwerin geboren und am 5. April 1975 dort auch zum Priester geweiht. Als Neupriester kam er am 1. Mai 1975 als Kaplan nach Güstrow.
Weitere Stationen seines Wirkens waren Boizenburg (1977), Wismar (1978) und Rostock (" St. Thomas Morus " - 1982 und Evershagen + Warnemünde - 1986). Seit dem 16. August 1993 ist er Pfarrer von Wittenburg und Zühr.


Kaplan Ulrich Karsten

22.05.1977 - 31.08.1980

(06.05.1951 - )

Ulrich Karsten wurde am 6. Mai 1951 in Loitz geboren. Seine Priesterweihe erfolgte am 16. April 1977 in Waren - Müritz.
Als Neupriester am 22. Mai nach Güstrow gekommen, war er nicht nur bei der Jugend ein sehr beliebter Kaplan (im Schach war er kaum zu schlagen).
Weitere Stationen seines priesterlichen Wirkens sind Rostock - Lütten Klein (1980), " Herz Jesu " Berlin (1982), Bad Doberan und Kühlungsborn (1985) gewesen.
Seit 1993 ist er Pfarrer in den Pfarrgemeinden Rostock - Warnemünde und Rostock - Evershagen.


Kaplan Peter S.  (laisiert)

Bild nicht erlaubt

01.09.1980 - 1981

Am 1. September 1980 nach Güstrow gekommen wurde er gleichzeitig Administrator der Gemeinde Allerheiligen in Krakow am See.


Pfarrer Karl Josef Meyer OP

01.12.1994 - 01.12.2000

(06.07.1955 - )

Ordenspriester der Dominikaner


Am 06. Juli 1955 im Eichsfeld geboren wurde Karl Josef am 04. Juli 1984 zum Priester geweiht.
Aus Hamburg dann 1994 nach Güstrow gekommen (er gehörte zum Dominikanerkonvent St. Johannes) hatte Karl Josef Meyer OP großen Anteil an der Entwicklung unserer Gemeinde - nicht nur durch den Bau des neuen Gemeindehauses. Er förderte bedeutend die Aktivitäten in der Gemeinde, sei es durch persönliche Kontakte, Gebete, Gottesdienste oder gemeinsam gestaltete Andachten, aber auch im Bereich der Ökumene - im Zusammenwachsen der Christen unserer Stadt, hat sich sein Wirken über seine Zeit hinaus segensreich ausgewirkt. So wurde z.B. das jährliche Gemeindefest der Stadtkirchen von ihm ins Leben gerufen und ist seither fester Bestandteil unseres Gemeindelebens.
Sechs Jahre lang ging er als Pfarrer mit uns gemeinsam ein wichtiges Stück unseres Weges und die Versetzung durch seinen Orden war ein schwerer Schlag für unsere Gemeinde.
Vom 1. Dezember 2000 bis zum 31. Mai 2011 war er als Pfarrer in der Wallfahrtskirche / Pfarrei Maria Heimsuchung in Klausen tätig.
Karl Josef Meyer OP ist dann als Pfarrer an die Stätte seiner Geburt in das Eichsfeld zurückgekehrt, zumindest in seine Nähe.


Bruder Heinrich Kempa

01.10.1996 - 01.12.2000

( - )

Dominikaner


Im Oktober 1996 aus Leipzig dazugekommen war Bruder Heinrich nicht nur in unserer Pfarrgemeinde tätig, sondern auch überregional in der Jugendarbeit Mecklenburgs. Mit ihm verbinden wir eine immer festlich geschmückte Kirche zu jeder Jahreszeit, sei es der Blumenschmuck oder die weihnachtliche Krippe, aber auch inhaltsvolle Predigten. Er kümmerte sich aufopferungsvoll um die Ministranten, gab Religionsunterricht, Krankenkommunion, führte Kinder- und Jugendandachten durch und bereicherte durch seinen Einfallsreichtum und sein Wissen nicht nur die religiösen Kinderwochen.
Der überraschende Abzug der beiden Dominikaner Ende 2000 hat uns somit doppelt getroffen und uns deutlich gemacht, wieviel sie uns bedeutet - und was sie für uns geleistet haben.
Nach seinem Weggang aus Güstrow war er im Konvent Sankt Albert in Leipzig-Wahren aktiv. Seit Februar 2007 ist Bruder Heinrich seelsorglich in der Pfarrei Maria Heimsuchung in Klausen tätig.


Pfarrer Ralph Sobania

seit dem 01.02.2001

(21.08.1965 - )


 

 Seelsorger in der Gemeinde Allerheiligen
Krakow am See 

Nach der Reformation gehörte Krakow am See als Außenstation zur Güstrower Pfarrgemeinde Mariä Himmelfahrt. Von ihr wurde seit 1924 wieder katholischer Gottesdienst und seit 1938 auch Unterricht in der Stadt gehalten, bis Krakow am 1. August 1946 ein selbstständiger Seelsorgebezirk wurde.

Der erste eigene Pfarrer nach der Reformation

Pfarrer Pius Kindermann

01.08.1946 - 01.09.1962

(03.11.1903 - † 18.02.1964)

Pius Kindermann wurde am 3. November 1903 in den Sudeten geboren, besuchte das Priesterseminar in Leitmeritz und wurde dort am 1. Juli 1928 zum Priester geweiht.
Als Kaplan in Brüx hatte er in den Jahren von 1928 - 1937 oft bis zu 30 Wochenstunden Religionsunterricht gehalten. Von 1937 an übernahm er die Gemeinde in St. Georgenthal (Kreis Warnsdorf, Tschechoslowakei). Am 13. Juli 1946 als einer der letzten seiner Gemeinde aus den Sudeten ausgewiesen, kam er am 3. August 1946 in Krakow am See an.
Als erster eigener Seelsorger kümmerte er sich nun um die Belange seiner noch jungen Gemeinde. 1957 erlitt er einen ersten Schlaganfall, von dem er sich nicht mehr erholen sollte. Weitere folgten und so musste er am 1. September 1962 aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand gehen. Er zog mit seiner Haushälterin, Frau Ozimeg, ins Pflegeheim nach Dreilützow, wo er am 18. Februar 1964 verstarb.


Kaplan Gerhard Herrmann

17.12.1961 - 31.08.1962

(05.06.1930 - † 17.10.1993)

Gerhard Herrmann wurde am 5. Juni 1930 in Heilsberg (Ostpreußen) geboren und wuchs in Rostock auf. Vor seinem Theologiestudium in Erfurt holte er im Spätberufenen-Seminar " St. Norbertus " in Magdeburg das kirchliche Abitur nach (zuvor arbeitete er als Postangestellter).
Am 30. November 1961 wurde er von dem Weihbischof Dr. Bernhard Schräder in der Rostocker Christuskirche zum Priester geweiht.
Als Neupriester am 17. Dezember 1961 nach Krakow gekommen, waren Parchim (1962), Neukloster (1964), Graal Müritz (1967) und Tessin (ab 1975) Stationen seines weiteren Wirkens.
Im Jahr 1992 in den Ruhestand gegangen, verstarb er nach schwerer Krankheit in Tessin am 17. Oktober 1993 im Alter von 63 Jahren.


Pfarrer Wilhelm Hohn

08.09.1962 - 14.11.1974

(1921 - † 11.02.2008)

Im schlesischen Ohlau 1921 geboren, studierte Wilhelm Hohn von 1946 bis 1950 Theologie und wurde 1951 in Osnabrück zum Priester geweiht. Nach erstem Einsatz in Bad Oldesloe war er von 1952-54 Kaplan in Tessin, von 1955-56 in Parchim, 1957 Kaplan in Waren und von 1959-62 in Güstrow.
Nachdem Pfr. Kindermann aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand ging, kam er am 8. September 1962 als neuer Pfarrer nach Krakow am See.
1974 tauschte er mit dem Bützower Kaplan Marquardt die Stelle und war vom 14. November 1974 - 1976 Pastor in der Antoniusgemeinde Bützow.
Wilhelm Hohn lebte bis zu seinem Tod am 11. Februar 2008 als Pfarrer i. R. in Duisburg.


Pfarrer Josef Marquardt

15.11.1974 - 30.09.1978  Pastor)
01.10.1978 - 31.08.1980  (Pfarrer)

(23.05.1937 - † 30.12.2005)

Josef Marquardt wurde am 23. Mai 1937 in Lichtenau / Ostpreußen geboren und am 5. März 1966 in Neubrandenburg zum Priester geweiht.
Nach seiner ersten Stelle als Kaplan in Laage waren weitere Stationen in Wittenburg, Waren / Müritz und Bützow.
Im November 1974 aus St. Antonius in Bützow als Pastor nach Krakow gekommen, wurde er am 1. Oktober 1978 zum Pfarrer der Gemeinde Allerheiligen Krakow ernannt.
Zum 1. September 1980 wurde er als Pfarrer nach Friedland versetzt, von dort 1985 nach Mirow. Er verstarb am 30. Dezember 2005 in Neubrandenburg.


Diakon Paul Kaiser

01.09.1980 - 1990

(10.11.1942 - )

Am 10. November 1942 in Danzig geboren, wurde Paul Kaiser am 21. September 1974 in Schwerin zum Diakon geweiht.
Nach einer sechsjährigen Zeit als Diakon im Jugendseelsorgeamt in Teterow kam er am 1. September 1980 als ständiger Diakon nach Krakow am See. Bis zu seinem Abschied 1990 wirkte er zehn Jahre in der Krakower Gemeinde Allerheiligen.
Seit 1990 ist er in der Ribnitzer Filialgemeinde St. Paulus in Marlow tätig.


Kaplan Peter S.  (laisiert)

Bild nicht erlaubt

01.09.1980 - 1981

Am 1. September 1980 nach Güstrow gekommen wurde er gleichzeitig Administrator der Gemeinde Allerheiligen in Krakow am See.


Diakon Siegfried Prey

1990 - 2002

(21.03.1937 - )

In Stettin am 21. März 1937 geboren, wurde Siegfried Prey am 20. September 1975 in Rostock (St. Josef) zum Diakon geweiht.
Stationen seines Wirkens als ständiger Diakon waren Kröpelin (1975 - 1979), Neubukow (1979 - 1983), Marlow (1983 - 1990) und schließlich Krakow am See.
Von 1990 bis zu seinem Ruhestand im Jahr 2002 wirkte er hier in der Pfarrgemeinde Allerheiligen.


Mit dem letztem Diakon endet die Liste eigener Seelsorger in Krakow am See. Als Filialkirche der Goldberger Pfarrei Heilige Familie wurde sie bis zum 30. Dezember 2005 von dieser betreut. Seit dem 1. Januar 2006 ist sie per Dekret wieder Filialgemeinde der Güstrower Pfarrei Mariä Himmelfahrt Güstrow. Die eigentliche Amtsübernahme fand hingegen erst am 17. September 2006 statt.


 

Ordensschwestern in unserer Pfarrgemeinde

Sr. Christel war eigentlich keine Ordensfrau sondern Katechetin und Seelsorgehelferin in Tracht.

Schwester Christel Barkhoff

15.09.1925 - 27.08.1945

(* 01.01.1891 - † 27.08.1945)

Christel Barkhoff wurde am 01. Januar 1891 in Essen als Tochter von Theodor Barkhoff und seiner Frau Bernhardine geboren. In Essen aufgewachsen erlernte sie hier auch den Beruf einer Krankenschwester.
Sie war während des 1- Weltkrieges als Krankenschwester im Felde gewesen, hatte anschließend 1919 in Freiburg / Breisgau ihre Ausbildung als Seelsorgshelferin erhalten und war dann vom 25.11.1919 für 6 Jahre in der katholischen Diaspora in Stendal tätig gewesen.
Die Arbeit in der Güstrower Gemeinde war durch den Zuzug von Gläubigen aus den Abstimmungsgebieten des 1. Weltkrieges so umfangreich geworden, dass ab September 1925 die Gemeindehelferin, Sr. Christel Barkhoff, durch die Vermittlung des Bonifatiusvereins zu uns kam und ein Segen für die junge Pfarrgemeinde wurde.
Vom 15.09.1925 bis zu ihrem Tod erteilte sie Religionsunterricht, übernahm den Küster- und Organistendienst, caritative Aufgaben, die Betreuung der Kinder, der weiblichen Jugend und erledigte die Büroarbeit.
Zusammen mit dem Bischof Wilhelm Berning war sie am 20. November 1926 Gründerin der "Marianischen Jungfrauenkongregation" in Güstrow unter dem Namen der "Unbefleckten Empfängnis Maria" und der Mitpatronin St. Agnes (vorher Kath. Jungfrauenverein seit dem 14. Oktober 1925) und war deren 1. Präfektin und Bezirksleiterin.
Sie wohnte anfangs am Mühlentor in einem möbliertem Zimmer im Haus an der Mühle (Mühlenhäuschen), später dann im Pfarrhaus.

Es war am 27. August, als sie vorher schon an der Ruhr erkrankt, nach nur 5 Tagen dem hinzugekommenem Typhus erlegen, in den Armen ihrer Freundin ihre Seele dem Herrgott zurückgab.
Ein großer Zug begleitete sie am 31. August hin zu ihrer letzten Ruhestätte auf dem Güstrower Friedhof. Blumen und nochmals Blumen sah man in den Händen der Großen und Kleinen! Alle wollten in ihrer sommerlichen Schönheit ihr Grab schmücken - und sie füllten es bis an den Rand.
Nun ruht sie der Auferstehung entgegen, fern ihrer Heimat und ihrer Lieben, aber inmitten ihrer Gemeinde, der sie 20 Jahre lang im Dienste Gottes ihre Liebe geschenkt hat.



Die seit dem 15. Juli 1946 in Güstrow ununterbrochen tätigen "Missionsschwestern vom heiligen Namen Mariens", kurz Missionsschwestern Mariens genannt, sind eine Kongregation päpstlichen Rechts, gegründet 1920 von Bischof Wilhelm Berning in Meppen.
Ihr Arbeitsschwerpunkt liegt auf pastoralem (Pfarrhilfe) und sozialem Gebiet (Kranken- & Familienpflege, Kinderbetreuung etc.).
Das Generalat mit Sitz der Generaloberin, die Generalverwaltung und das Noviziat befinden sich heute im Mutterhaus Kloster Nette in Osnabrück.

Sr. Maria Helena

15.07.1946 - 29.04.1952

(* 06.05.1905 - † ....)

Schwester Maria Helena wurde am 06. Mai 1905 als Anna Huying geboren.
Am 15. Juli 1946 um 11.30 Uhr am Güstrower Bahnhof angekommen, übernahm sie die Arbeit der Seelsorghelferin für die am 27.8.1945 verstorbene Schwester Christel.
Sie wurde dann am 29. April 1952 von Güstrow nach Schwerin versetzt.


Sr. Maria Borgia

15.07.1946 - 30.04.1960

(* 23.02.1913 - † 2002)

Am 15. Juli 1946 um 11.30 Uhr am Güstrower Bahnhof angekommen, übernahm sie für 14 Jahre die Krankenpflege und Familienbetreuung in der Stadt.
Sie feierte am 08. September 1964 in Parchim ihr Silbernes Ordensjubiläum.


Sr. Maria Katharina

01.06.1949 - 26.09.1953

(* 07.02.1904 - † ....)

Bereits am 25. Mai 1949 in Güstrow angekommen, übernahm sie ab 01. Juni die Stelle der Oberin, war für Hauswirtschaft und den Religionsunterricht in Heilmannhöhe (von 1951) und Lüssow (bis 1953) zuständig.
Sie wurde dann am 26. September 1953 von Güstrow nach Neubrandenburg versetzt.


Sr. Maria Ferdinande

01.04.1952 - 30.11.1985

(* 03.08.1910 - † 07.04.2005)

Schwester Maria Ferdinande (geborene Wischmeier) erblickte am 03. August 1910 in Dreierwalde bei Rheine das Licht der Welt. Sie trat am 08. September 1933 in die Ordensgemeinschaft ein und legte am 24. März 1936 die erste Profess, am 30. September 1940 dann die ewige Profess ab.
Ihre berufliche Tätigkeit übte sie in St. Annen, Wellingholzhausen, Ludwigslust, Neubrandenburg und natürlich auch in Güstrow aus.

" Von guten Mächten treu und still umgeben,
behütet und getröstet wunderbar,
so will ich diese Tage mit euch leben,
und mit euch gehen in ein neues Jahr. ... "


Sie betete gern diesen Text von Dietrich Bonhoeffer. Sicher waren ihr die Gedanken Stütze und Halt in einer damals recht schwierigen Zeit in Mecklenburg.

Im Frühjahr 1958 richtete sie einmal in der Woche die Betreuung vorschulpflichtiger Kinder (4 - 6 Jahre) ein - die "Fröhlichen Hergottstunde".
Über 33 Jahre war sie in unserer Gemeinde tätig, war den Kindern wie auch den Erwachsenen somit geradezu "eine Institution". Fast ein halbes Menschenalter hat sie so eine ganze Generation aufwachsen sehen und geprägt. Hat uns einen Teil unseres Glaubens vermittelt und uns darin gestärkt, stand sie uns immer helfend zur Seite.
Ihr Wirken in der Kinderbetreuung, im Religionsunterricht oder im Schmücken der Kirche mit ihrem Talent zum Blumenstecken wird uns noch lange dankbar in Erinnerung bleiben.
Sie war mindestens von 1977 bis 1985 auch Oberin des Güstrower Konvents.
Aus gesundheitlichen Gründen verließ sie 1985 Güstrow und wurde nach Neubrandenburg versetzt (md. bis 1986).
Seit 1992 verlebte sie ihren Lebensabend im Marienhaus in Meppen. Hier verstarb sie dann auch im Alter von 94 Jahren am 07. April 2005.


Sr. Maria Josefa

nach 1958 (wsl. 1960) - nach 1969

(* 04.07.1932 - † 20.08.2002)

Schwester Maria Josefa wurde am 04. Juli 1932 in Krasna /Bessarabien geboren.
Ihr Ordenseintritt erfolgte am 02.05.1953, die zeitliche Profess am 05.04.1956 und die ewige Profess am 27.03.1962.
Nach dem Noviziat 1954 arbeitete sie als Aushilfe in Parchim und Waren - Müritz.
Von 1954 bis 1958 absolvierte sie eine Krankenpflegeausbildung in Heiligenstadt.
Für die Krankenpflege dann eingesetzt in Schwerin, Güstrow, Waren - Müritz und Teterow.
Nach Güstrow kam sie wahrscheinlich erst 1960 als Ersatz für die weggehende Sr. M. Borgia. Sie hielt hier religiöse Mütterkurse in der Stadt und auf dem Land.
Sr. M. Josefa bastelte gern, was auch ein Eintrag in der Pfarrchronik von Ostern 1969 belegt: „Schwester Josefa und einige Mädchen bastelten für die Altennachmittage Geschenke für die alten Leute.“
Seit 1992 war sie im St. Martinsheim in Berlin-Kaulsdorf tätig.
Am 28. Juli 2002 erlitt sie einen Herzinfarkt mit Herzstillstand an deren Folgen sie dann auch am 20.08.2002 im Krankenhaus in Berlin-Kaulsdorf verstarb.
Beerdigt wurde sie am 28.08.2002 auf dem Waldfriedhof in Schwerin.


Sr. Maria Rosa

26.09.1953 - vor 1958

(* 01.01.1909 - † 1981)

Schwester Maria Rosa wurde am 01. Januar 1909 geboren.


Sr. Maria Donatis

vor 1957 (wsl. 1953) - 15.04.1966

(* 19.01.1933 - † ....)

Schwester Maria Donatis wurde am 19. Januar 1933 geboren.
Sie war als Oberin in Güstrow tätig und wurde am 15. April 1966 nach Graal - Müritz versetzt.


Sr. Maria Thadäa

15.04.1966 - 1969

(* 07.03.1908 - † 1979)

Schwester Maria Thadäa wurde am 07. März 1908 geboren.
Sie war als Oberin in Güstrow vom 15. April 1966 bis 1969 tätig.


Sr. Maria Angelika

1954 - 1956

(* 09.09.1903 - † 1991)

Schwester Maria Angelika wurde am 09. September 1903 geboren.


Sr. Maria Eugenie

.... - ....

(* 24.08.1911 - † 1977)

Schwester Maria Eugenie wurde am 24. August 1911 geboren.


Sr. Maria Ludgarda

.... - ....

(* 18.01.1931 - † 2007)

Schwester Maria Ludgarda wurde am 18. Januar 1931 geboren.


Sr. Maria Scholastika

1960 - 1962

(* 04.08.1903 - †08.06.1982)

Schwester Maria Scholastika wurde am 04. August 1903 geboren.


Sr. Maria Gerburga

.... - ....

(* 26.01.1931 - † ....)

Schwester Maria Gerburga (geb. Vornmoor) wurde am 26. Januar 1931 geboren.
Sie feierte 2005 ihr Goldenes Ordensjubiläum und lebte zu diesem Zeitpunkt im Mutterhaus Kloster Nette in Osnabrück.


Sr. Maria Clementia

.... - ....

(* 04.03.1903 - † 2000)

Schwester Maria Clementia wurde am 04. März 1903 geboren.


Sr. Maria Ewalda

1. 1957 - 29.04.1964
2. 1968 - 01.09.1977

(* 07.10.1912 - † 1983)

Schwester Maria Ewalda wurde am 07. Oktober 1912 geboren.
Sie war zum ersten Mal von 1957 bis 1964 in Güstrow. Im April 1964 nach Neukalen versetzt kam sie dann 1968 wieder nach Güstrow.
Nach dem Umzug der Schwestern in die Walkmühlenstraße 22 wegen des Neubaus des Schwesternhauses im Mai 1977 war es dort für 3 Schwestern zu eng und zum Winter musste ein Ausweg geschaffen werden. So wurde am 1. September Schwester M. Ewalda versetzt und kam dann in den Konvent nach Schwetzin.
Hier verstarb sie auch 1983.


Sr. Maria Ehrentrud

29.04.1964 - 1968

(* 15.11.1933 - † ....)

Schwester Maria Ehrentrud wurde am 15. November 1933 geboren.
Sie übernahm im April 1964 den Organistendienst, da der langjährige Organist Bernhard Braun am 12.11.1962 bereits verstorben war.


Sr. Maria Julitta

vor 1977 - 09.11.1981

(* 23.09.1921 - † 2011)

Schwester Maria Julitta (geb. Hahn) wurde am 23. September 1921 geboren.
Sie kam vor 1977 nach Güstrow und war für die Hauswirtschaft bis zum 09. November 1981 bei uns tätig.


Sr. Maria Edelgard

1981 - 01.07.1986

(* 17.12.1940)

Schwester Maria Edelgard wurde am 17. Dezember 1940 geboren.
Von 1981 an in Güstrow war sie für die Alten- & Krankenpflege tätig. Von Herbst 1982 – Juni 1984 absolvierte sie ein Fernstudium (Berlin, Pappelallee) für Alten- und Krankenpflege.
Sie wurde am 01. Juli 1986 von Güstrow nach Neukalen versetzt.


Sr. Maria Hildeburg

1980 - 01.09.1989

(* 22.01.1939)

Schwester Maria Hildeburg wurde am 22. Januar 1939 geboren.
Sie kam 1980 nach Güstrow und war als Oberin (seit 1985) und für die Hauswirtschaft 9 Jahre bis zum 01. September 1989 hier tätig.

1993 aus dem Orden ausgetreten


Sr. Maria Emanuela

1. 1979 - 1980
2. 01.07.1986 - 1989

(* 20.06.1947)

Schwester Maria Emanuela wurde am 20. Juni 1947 geboren.
Sie kam zum ersten Mal 1979 für ein Jahr nach Güstrow. Am 01. Juli 1986 kam sie ein zweites Mal für die nach Neukalen versetzte Sr. M. Edelgard.
Hier war sie als Altenpflegerin (tlw.) und für den Küsterdienst in der Gemeinde zuständig.


Sr. Maria Regulinde

01.09.1989 - 1997

(* 02.10.1938)

Schwester Maria Regulinde wurde am 02. Oktober 1938 geboren.
Sie war vom 01. September 1989 bis 1997 als Oberin in Güstrow und kümmert sich um die Hauswirtschaft.


Sr. Maria Oswalda

01.12.1985 - md. 1996

(* 06.11.1922 - †29.03.2006)

Schwester Maria Oswalda wurde am 06. November 1922 in Königsgnade / Pommern als Anna Garske geboren.
Sie war tätig in Neubrandenburg, Waren, Boizenburg, Lübz, Bützow, Stavenhagen und in Güstrow.
Im Dezember 1985 kam sie für die versetzte Sr. M. Ferdinande und übernahm die Altenbesuche in der Stadt, aber auch Religionsunterricht und tlw. auch den Organistendienst in der Woche.
Von März 1988 bis zum Schluss des Schuljahres half sie in der Gemeinde Bützow auf Bitten des Weihbischofs im Religionsunterricht mit aus.
Von Güstrow aus kam sie nach Parchim, feierte dort 2003 ihr Goldenes Ordensjubiläum und verstarb dort am 29. März 2006 im Altenheim.


Sr. Maria Hiltrudis

1997 - dto.

(* 23.05.1938)

Schwester Maria Hiltrudis wurde am 23. Mai 1938 als Irmgard Menke geboren.
Sie ist seit 1997 als Oberin in Güstrow, kümmert sich um die Hauswirtschaft, macht Krankenbesuche und ist in der Altenseelsorge tätig.


Sr. Maria Veritas

2002 - 30.09.2005

(* 10.02.1926)

Schwester Maria Veritas wurde am 10. Februar 1926 in Gehrden / Kreis Warburg als Margarete Drolshagen geboren.
Sie war tätig in Rulle, im Kloster Nette, Bad Iburg, Münster, Plön, Kiel, Schwerin und als Sr. i. Rente in Güstrow.
Ihr Goldenes Ordensjubiläum feierte sie 2004 noch in ihrer Güstrower Zeit.
Seit Oktober 2005 verlebt sie ihren wohlverdienten Ruhestand im Kloster Nette.


Sr. Maria Irmhild

15.01.2007 - 18.09.2011

(* 16.06.1941)

Schwester Maria Irmhild (geborene Schöpke) wurde am 16. Juni 1941 geboren.
Sie kam zwar am 15. Januar 2007 als Sr. i. Rente nach Güstrow, davon merkt man aber nicht viel. Sie übernahm den Küsterdienst und kümmert sich liebevoll um den Blumenschmuck der Kirche - ist heute die "gute Seele" der Kirche.


Sr. Maria Laeta

02.10.2011 - dto.

(* 12.03.1933 )

Schwester Maria Laeta wurde am 12.03.1933 als Agnes Gertrud Menke geboren.
Sie war bis 2011 als Oberin im Parchimer Konvent tätig und kam für die nach Neubrandenburg versetzte Sr. M. Irmhild.


 

Weitere Personen mit Bezug zur Pfarrgemeinde

Ordensschwestern aus unserer Gemeinde

Sr. Hiltrudis

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(* 19.03.1921 - † 23.07.1988)

Schwester Hiltrudis wurde am 19. März 1921 als Elisabeth Passehl in Güstrow als Tochter des Zahnarztes Dr. med. dent. Rudolf Passehl (Pferdemarkt 3 / Praxis am Wall) und seiner Frau Else (geb. Stuhrmann) geboren.
Ihre Mutter Else arbeitete während des 1. Weltkrieges als Sekretärin des katholischen Militärpfarrers Johannes Fischer S.C.J. (ein Herz-Jesu-Priester aus Sittard) im Kriegsgefangenenlager auf der Bockhorst.
Elisabeth hatte schon vor ihrem Ordenseintritt bereits in Berlin die Krankenpflege erlernt. Am 16. Juli 1946 erfolgte dann ihr Eintritt in den Orden der Schwestern der hl. Maria Magdalena Postel (SMMP) in Heiligenstadt.
Sie arbeitete dann als Kinderkrankenschwester in Gelsenkirchen - Resse, Berlin - Lichtenrade und Herten - Westerholt.
Von 1951 bis 1974 war sie im Christophorus - Kinderkrankenhaus in Berlin - Lichtenrade als Leiterin der Pflegestation für die Frühgeborenen tätig. Eine Schwester, die mit ihr dort arbeitete, schreibt von ihr: " In humorvoller Art hat sie uns etliche Anekdoten von den Eltern ihrer `Püppis` - so nannte sie die winzigen Wesen in den Inkubatoren - erzählt. Sie war ein froher Mensch und konnte gut `Berlinern`. Sie liebte das Wasser und wenn wir einmal im Jahr eine Ausflug zum Wannsee machten, war sie überglücklich. "
Von 1974 bis 1987 war sie im Gertrudis - Hospital in Herten - Westerholt auf der Neugeborenenstation beschäftigt. Hier erkrankte sie auch 1987 an einem Lungen - Carzinom und verstarb an dessen Folgen am 23.07.1988.
Das sie es auf ihrem letzten Stück Weg zum HERRN nicht leicht hatte, zeigt auch die Aussage einer Mitschwester: " Am Ende waren alle froh, als der Tod sie erlöste. "


 

Architekten und Baumeister

 Paul Johannes Adolf Korff 


Architekt in Laage und Rostock

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(* 25.10.1875 - † 02.05.1945)

" Paul Korff wird am 25. Oktober 1875 als Sohn des Maurermeisters und Senators Friedrich Korff in Laage (Mecklenburg) geboren. Amt bzw. Titel "Senator" legen den Gedanken nahe, dass schon sein Vater Friedrich als selbständiger Maurermeister, nach heutigem Sprachgebrauch also etwa als Bauunternehmer tätig war.
Seine Ausbildung zum Architekten erhält Paul Korff am Technikum in Neustadt Glewe.

Um 1897 arbeitet er im Büro von Gotthilf Ludwig Möckel in Bad Doberan, für den er auch die Bauleitung beim Bau der Trinitatiskirche in Hainichen (Sachsen) - wo er vermutlich auch seine erste Ehefrau kennenlernt - übernimmt. Etwa 1901 macht er sich selbständig und arbeitet zunächst in Sozietät mit Alfred Krause in Rostock, bevor er sich 1903 als Architekt in Laage niederläßt.
Ungewöhnlich ist, dass er trotz seiner "Alleinverantwortung" als Büroinhaber bis mindestens in den Ersten Weltkrieg hinein für gewöhnlich nicht unter seinem Namen firmiert, sondern unter der Bezeichnung "Landhausbaubüro Laage".
Offenbar jenseits des "Landhausbaubüros" arbeitet Korff zwischen 1912 und 1916, vermutlich auch darüber hinaus, mit dem Architekten Heinrich Rischpler in Bromberg (heute: Bydgoszcz / Polen) zusammen.
Von 1920 bis 1932 arbeitet Dipl.-Ing. Hermann Gätjen in seinem Büro, er gilt der Überlieferung nach als versierter Techniker, heiratet Korffs älteste Tochter und gründet nach seinem Ausscheiden eine Bauunternehmung in Laage.

Paul Korff scheint sich dann unter dem Eindruck der Weltwirtschaftskrise aus der Berufstätigkeit zurückzuziehen. Die Büroräume werden umgenutzt, und 1941 oder 1942 verkauft er schließlich sein eigenes Wohnhaus und setzt sich kleiner.

Am 2. Mai 1945 wählte Paul Korff zusammen mit seiner zweiten Frau den Freitod. In den Wirren dieser Tage sind am Kriegsende viele Tote zu bestatten, und so finden beide ihre letzte Ruhe nicht in der Korff 'schen Familiengruft, sondern in einem anonymen Massengrab. "
Auszüge aus: Ulrich Bücholdt, Wissenschaftliche Interessenschwerpunkte: Baugeschichte / Architekturgeschichte / Wirtschaftsgeschichte / Technikgeschichte; 2003

Werk :
Von seinem Schaffen künden die Hotels "Stadt Waren" und "Zur Goldenen Kugel" in Neubrandenburg, Guts-/ und Herrenhäuser in Stubbendorf, Badow, Wendorf, Zarnekow, Pötenitz, Moisall ..., Schlößer wie Vollrathsruhe, Plathe und Speck in Pommern oder der Neubau des Haupttraktes vom Schloß Bellin (1911/12) für den Reeder Henry B. Sloman aus Hamburg).
Aber auch viele Wohn-/ und Geschäftshäuser wie das Krankenhaus in Laage, das Verwaltungsgebäude der Neptun-Werft in Rostock, das Kaufhaus Schlüter in Rostock oder 1914 der Umbau des Kaufhauses Nathan in Krakow am See waren sein Werk.
In Güstrow waren es 1912 das Haackert`sche Wohnhaus am Bahnhof, das Verwaltungsgebäude Böckmann & Co in der Neuen Straße (2005 abgebrannt), das ehemalige Landhaus von Dr. Heilmann (Heilmann`shöh) - heute befindet sich das Landesförderzentrum für Gehörlose dort (Plauer Chaussee) und unsere natürlich unsere Kirche.
Die bei Neidhardt Krauß (Die Schlossbauten des Paul Korff in Mecklenburg und Vorpommern; S. 242-247) wiedergegebenen, von Korff zusammengestellten Werklisten benennen lediglich Standorte und Bauherren; es mangelt dabei oft an Eindeutigkeit und an einigen Punkten liegt sogar der Verdacht auf Schreib- bzw. Druckfehler nahe. Nur eine der Listen weist zusätzlich Datierungen auf, genaue Art und Umfang der Projekte sind meist nicht annähernd zu erschließen.
Etwas ergiebiger ist ein Beitrag im Jahrgang 1916 der Zeitschrift "Wohnungskunst" (Wohnungskunst 8; April 1916; S. 95-122).
Aus den Entstehungsjahren nach 1920 ist nur sehr wenig bekannt (vor 1923 - Verwaltungsgebäude der Neptun Werft in Rostock; 1925 - Wasserturm in Laage; 1927 - Wiederaufbau des Rathauses in Malchin und das Gefallenen Ehrenmal in Teterow; 1928 - katholische Kirche Güstrow; 1937 - Gemeindehaus der katholischen Kirche von Güstrow).

Seine Beteiligung am Bau der katholischen Kirche in Güstrow 1928/29 belegen seine beiden vorhandenen Entwürfe aus dem Jahr 1928.
Zusammen mit dem Güstrower Architekt Anton Berger, der sich privat auch schon länger mit dem Kirchbau beschäftigt hatte und mancherlei Entwürfe anfertigte, war er überein gekommen sei, sich für die Zeit des Kirchbau`s (1928 / 29) zu der Firma Korff-Berger zusammenzuschließen und Pläne und Ausführung des Kirchenbaues zu übernehmen.

Zum Vergrößern anklicken ! Den ersten Anlauf machte ein Entwurf von Korff und Berger im Januar 1928. Es war die hier abgebildete dreischiffige Kirche. Der Entwurf wurde aber als zu kostspielig in der Ausführung verworfen.
Auf diesen Entwurf bezog sich der Osnabrücker Bischof Wilhelm Berning als er bei der Einweihung der Kirche sagte: " Ursprünglich habe man in Güstrow ja große Pläne gehabt und beinahe eine kleine Kathedrale bauen wollen, da aber die Mittel nicht gereicht hätten, habe man sich begnügen müssen mit einem kleineren Bau. "

Aus Kostengründen wurde dann von Paul Korff im August 1928 ein Entwurf mit einem Lamellendach, System Zollinger, gemacht, da solche Bauten nach Angabe des Generalvorstandes des Bonifatiusvereins den Bau bedeutend verbilligen würden. Der Kostenvoranschlag für diesen Plan belief sich auf 62 000 RM, wobei zu berücksichtigen ist, dass nach den vorgenommenen Bohrungen der Baugrund sehr schlecht war (Torfschichten bis zu 4 Meter stark) und die Fundierung sich so verhältnismäßig teuer stellte.
Dieser Plan wurde dann genehmigt und die Arbeiten ausgeschrieben.

Nachdem die baupolizeiliche Genehmigung erteilt worden war, wurde bereits im Dezember 1928 mit den ersten Fundierungsarbeiten begonnen. Ein Grundpfeiler war bereits fertig, als der strenge Winter 1928 / 29 einsetzte, der es erst im April 1929 erlaubte, die Arbeiten fortzusetzen.

Am 29.4.1929 erteilte der Bischof dem Pfarrer Msgr. Brüx aus Schwerin die Vollmacht, den Grundstein der Kirche zu weihen und zu legen. Am 5. Mai 1929 fand dann die Feier der Grundsteinlegung statt.
Am 25. August 1929 wurde die Kirche unter dem Titel " Mariä Himmelfahrt " durch den Osnabrücker Bischof Dr. Wilhelm Berning geweiht.


 Anton Berger 


Architekt in Güstrow

Bild nicht vorhanden

(* vor 1908 - † nach 1930)

Über den Güstrower Architekten Anton Berger ist nicht sehr viel bekannt. Er war katholisch, stammte aus Bayern, war verheiratet und hatte mindestens ein Kind - Hans, 1920 als Messdiener erwähnt.
Anton Berger war von 1921 bis 1930 Mitglied im Kirchenvorstand der katholischen Pfarrgemeinde von Güstrow.
Privat hatte er sich schon länger mit dem geplanten Kirchbau in Güstrow beschäftigt und mancherlei Entwürfe dazu angefertigt. Im Jahr 1928 machte er dem Kirchenvorstand die Mitteilung, dass er mit dem Laager Architekten Paul Korff überein gekommen sei, sich für die Zeit des Kirchbau`s (1928 / 29) zu der Firma Korff-Berger zusammenzuschließen und Pläne und Ausführung des Kirchenbaues zu übernehmen. Dies wurde dann auch vom Kirchenvorstand genehmigt und vom Osnabrücker Bischof Dr. Wilhelm Berning bestätigt.
Anton Berger gründete 1922 den 1. Kirchenchor der Pfarrgemeinde und leitete ihn auch einige Zeit.
Wohnhaft war er 1939 in Güstrow in der Rostocker Straße 1A.
Er arbeite u.a. für die Firma: Deutschen Holzwerke, plante und projektierte dort Holzhäuser in Güstrow (u.a. das Gemeindehaus "Am Brink") und später auch im Büro des Güstrower Architekten Adolf Kegebein (1894 - 1987).


 Adalbert Ferdinand Schreiber 


Kreisbaumeister von Güstrow 1926 - 1937

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(* 12.06.1895 - † 10.02.1967)

Die im Zuge des Kirchenbau`s 1928/29 benötigten Genehmigungen wurden vom damaligen Kreisbaumeister (1926 - 1937) Adalbert Schreiber erteilt. Selbst katholisch, war er darüber hinaus auch einer der größeren Spender des Kirchenbau`s gewesen.
Geboren als 2. Kind des Arbeiters Adalbert Schreiber und seiner Ehefrau Auguste (geb. Theil) am 12. Juni 1895 um 14.30 Uhr in der elterlichen Wohnung in Konitz / Westpreußen, wurde er in der Pfarrkirche St. Johannes (Decollationis S. Joannis Baptistae), einer der ältesten Kirchen in Ostpommerellen (1340-60 vom Deutschen Orden in Konitz errichtet), ebenso wie seine anderen 10 Geschwister getauft.
Er besuchte von 1901 - 1909 die Volksschule in Konitz und von 1909 - 1915 absolvierte er eine baufachliche Berufsausbildung, zuerst von 1909 - 1912 als Lehrling in Konitz im Techn. Büro von Sarnowsky, danach von 1912 - 1915 als Gehilfe in Köslin im Techn. Büro von Hermann Lotz.
In den Jahren von 1915 - 1918 war er Soldat im Ersten Weltkrieg, zuerst im Garde Feldartillerie Regiment, dann im Feldartillerie Regiment 87 und zum Schluß im 2. Garde Regiment zu Fuß (Pascha II). Für diesen Einsatz wurde ihm am 29. Februar 1936 in Güstrow auch das „Ehrenkreuz für Frontkämpfer“ verliehen, eine 1934 vom Reichspräsidenten Generalfeldmarschall von Hindenburg gestiftete Auszeichnung.
Nach dem 1. Weltkrieg besuchte er von 1919 - 1922 die Höhere Kulturbauschule in Schleusingen / Thüringen. In dieser ehemaligen Wiesenbauschule, 1897 als Lehranstalt der Landwirtschaftskammer für die Provinz Sachsen eröffnet, wurden Absolventen ausgebildet, die in der Verwaltung vor allem als Kulturbausekretäre, Kreiswiesen- oder Kreisbaumeister, im staatlichen oder privaten Siedlungswesen sowie in der privaten Wirtschaft eingesetzt werden konnten.
Im Frühjahr 1922 legte er hier die theoretische Prüfung als Bautechniker ab.
Sein Eintritt ins Beamtenverhältnis kam dann am 01. Juli 1922 mit der Aufnahme der Tätigkeit als Technischer Inspekteur im Landwirtschaftlichen Ministerium in Schwerin / Abt. Landessiedlungsamt. Dort verblieb er bis zum 01. Juli 1926.
Während dieser Zeit begann mit dem Eintritt 1925 in die Deutsche Demokratische Partei (DDP) auch seine politische Laufbahn (bis 1926 Mitglied).
Am 01. August 1926 wurde er zum Kreisbaumeister in Güstrow berufen und nahm hier auch seinen Wohnsitz, seit 1932 in der Rostocker Straße 49.
Im Jahr 1930 legte er seine Prüfung als Baumeister der Fachgebiete Kulturbau und Tiefbau in Güstrow ab (Spezialkenntnisse in Statik, Hydraulik und Betonstraßenbau).
Seine Frau Lieschen (Liesel) geb. Menke (* 21.08.1912 in Bremen) heiratete er am 18.07.1942 in Güstrow und war Vater von 3 Kindern.

Am 01. August 1937 wurde er aus politischen Gründen fristlos aus dem Landesdienst als Kreisbaumeister entlassen (ersetzt durch ein NSDAP Mitglied). Er machte sich daraufhin als Baumeister selbstständig und gründete ein Ingenieurbüro und Tiefbaugeschäft in Güstrow.

Adalbert Schreiber
Straßen-, Tief- und Kulturbau - Projektbearbeitung - Bauleitungen
Rostockerstr. 49

Auch in dieser Tätigkeit war er noch weiterhin für die katholische Pfarrei tätig wie Unterlagen im Archiv bestätigen.

Nach Beendigung des 2. Weltkrieges gründete er 1945 zusammen mit dem Rechtsanwalt Dr. Arthur Bayer und dem Lehrer Dr. Mau den CDU Kreisverband und war ab 1945 auch Mitglied der CDU. Nach dem Tod von Dr. Mau wurde er der Kreisverbandsvorsitzende der CDU bis zum Jahr 1947.
Vom 01. Dezember 1945 bis zum März 1946 war er als Angestellter beim Landespräsidenten in der Informationsabteilung der Landesverwaltung von Mecklenburg in Schwerin tätig, ab November 1946 auch Mitglied des Mecklenburgischen Landtages.
Seit dem 01. April 1946 war er als Angestellter in der Stadtverwaltung Greifswald, als Leiter des Dezernates für Landwirtschaft und Grundstücksverwaltung bis zum 01. Oktober 1946 tätig, hatte jedoch bis zum Februar 1947 noch seinen Wohnsitz in Güstrow. Dies änderte sich erst mit seinem Umzug am 09. Februar 1947 nach Schönberg in die Lübeckerstraße 34.
Der Anlass dieses Umzuges war seine Berufung als Landrat in die Kreisverwaltung Schönberg. Der Kreistag von Schönberg hatte ihn am 09. Februar 1947 zum Landrat des Kreises gewählt. Er war damit, neben Werner Jöhren auf Usedom, der zweite CDU Landrat im SED dominierten Land.
Vom 18. Dezember bis zum August 1950 wohnte er in Grevesmühlen in der Parkstraße 4 im Haus von Wilhelm Engel, dem Besitzer der Firma Engel & Leonhardt / Betonwerk in Berlin Spandau (wsl. auch sein späterer Fluchthelfer).
Zusammen mit dem Schöneberger Bürgermeister Carl Koch (auch ein ehemaliger Güstrower) setzte er sich im Landtag für die Verabschiedung einer Landesverfassung ein, wollte diese jedoch gegen die totalitären Anfechtungen der SED gewappnet wissen. Das dies nicht gerade seiner Karriere förderlich war, bekam er schon bald zu spüren. Die Angriffe seitens der SED und der daraus resultierenden Beeinflussung der Sowjetische Militär Administratur (SMA) in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ), vertreten durch ihre jeweiligen Wirtschaftsoffiziere, Kreiskommandanten und Generäle, reichten von „negativer Haltung , unterlassener Würdigung der Sowjetunion, mangelhafter Vorbereitung befohlener Aktionen (nicht termingerechter Feldbestellung & Ernte, ungenügender Kreissollerfüllung), zu viel Kraftstoffverbrauch, zu lascher Bestrafung säumiger Bauern, Schutz reaktionärer Altbauern (diese hatten gegenüber Neubauern die doppelte Liefermenge zu erbringen)“ etc., bis hin zu Vorwürfen als „Erzreaktionär, Saboteur der Erfassung, Paktieren mit dem Feind“ und schließlich brachte er es sogar zum „Feind der DDR“.
Schon Ende 1949 begann die SED verschärft im Land gegen die "letzten reaktionären Elemente" innerhalb der bürgerlichen Parteien, insbesondere in der CDU vorzugehen. Wer sich nicht bedingungslos ihrer Doktrin beugte, musste entfernt und ausgeschaltet werden. Das Politbüro beschloss 1950 nach einem Bericht Walter Ulbrichts über die Entwicklung innerhalb der CDU, den Kampf gegen diese reaktionären Elemente "mit unverminderter Schärfe weiterzuführen" (Protokoll Nr. 69 der Sitzung vom 31.01.1950).
So gesehen verwundert seine Anfang Oktober 1949 erfolgte Verhaftung durch das russische Volkskommissariat des Inneren (NKWD = Narodny kommissariat wnutrennich del) nicht besonders. Fast zeitgleich wurde auch seine Frau verhaftet und beide wurden in das Schweriner Gefängnis der NKWD eingeliefert. Nach ihrer Freilassung Ende Oktober 1949 nahm er jedoch, trotz Drohungen der russischen Führung, seine Tätigkeit als Landrat wieder auf.
Das er nur Teil dieser „Säuberungsaktion“ in der DDR war, zeigt sich im Hinblick auf ähnliche Aktionen z.B. gegen den Wirtschaftsminister Siegfried Witte, Dr. Karl-Heinz Kaltenborn, Paul Reichert, Adolf Lüben etc. Zeitgleich vollzogen sich solche Aktionen auch in anderen Bezirken wie z.B. in Brandenburg und Sachsen.
Im Februar 1950 konnte ihn die SED dann im Rahmen ihres Kampfes gegen "reaktionäre Elemente" schließlich aus dem Amt entfernen. Dazu hatten sie während seiner Abwesenheit vor dem Landtagsamt eine Großdemonstration mit über 2.000 Teilnehmern durch FDGB und FDJler organisiert. Vor allem der Kreisleiter der SED und die Staatsanwältin forderten in Ansprachen die sofortige Entfernung des Landrates und seine Verhaftung, weil er Saboteure der Wirtschaft schütze und mit den Feinden der DDR paktiere. Durch eine Gegendarstellung seinerseits bei führenden Mitgliedern der Landesregierung entging er diesmal noch weiterer Verfolgung.
Schließlich jedoch führten die andauernden Intrigen und Denunziationen – auch innerhalb seiner Partei, zu seiner zwangsweisen Beurlaubung im Juli 1950.
Er wollte daraufhin wieder seinen Wohnsitz in Güstrow nehmen, der Umzug wurde aber abgebrochen, da ihm seine schon angeordnete Verhaftung durch die Staatssicherheit vertraulich zugetragen wurde. Daraufhin floh er im August 1950, zuerst nach West-Berlin und dann weiter in die Bundesrepublik nach Krefeld.

Seit dem 28. September 1950 wohnte er in Krefeld, anfangs in der Schwertstraße 19, später in der Hubertusstraße 153 und arbeitete in der dortigen Tiefbaufirma "Koppenburg" (heute Hoch-Tief). Ende der 50er / Anfang 60er war er als Leiter der Baumaßnahmen zur Schiffbarmachung der Mosel in Bernkastel, Traben-Trabach etc. tätig.
In seiner gesamten Zeit die ihm noch verblieb, unterstützte er dabei auch immer wieder Vertriebene aus dem Osten mit Rat und Tat.

Adalbert Ferdinand Schreiber verstarb am 10. Februar 1967 in Krefeld - Fischeln um 18.20 Uhr.

Mit freundlicher Unterstützung der Angehörigen der Familie Schreiber, Krefeldt 2011


 

Künstler

 Walter Mellmann 


Bildhauer & Grafiker

Bild nicht vorhanden

(* 17.09.1910 - † 2001)

Nach seiner Schulzeit absolvierte Walter Mellmann von 1926 bis 1930 eine Bildhauerlehre bei Jakob Holtmann und blieb dann noch bis zum Jahre 1932 als Geselle in dessen Werkstatt. Anschließend studierte er an der Kunstschule in Aachen und ließ sich, da diese Einrichtung von den Nationalsozialisten im Jahre 1933 verboten wurde, noch im gleichen Jahr als freischaffender Künstler in Osnabrück nieder. Nach Kriegsende musste er, nachdem sein Atelier zerstört worden war, wieder völlig von vorne anfangen.
Die Eigenart dieses Künstlers liegt in der ausgesprochen geistigen, innerlichen Auffassung, die seelische Werke wiederzugeben sucht. Ganz von inner her entstehen so seine Werke, sind mit sparsamsten Mitteln geschaffen.
Die von ihm geschaffenen Werke aus Holz, Bronze, Stein und Ton sind weit über die Grenzen des Osnabrücker Landes hinaus bekannt. Seine besondere Vorliebe jedoch galt der Weihnachtskrippe, die er sowohl in der Form von Hauskrippen als auch in der Form von Großkrippen für Kirchengemeinden ausführte. In vielen Kirchen sind so seine, in einer gradlinigen, aber dennoch ausdrucksstarken Formensprache ausgeführten Werke zu sehen. Seine wohl eindrucksvollste Weihnachtskrippe steht in der Kirche St. Johann in Osnabrück, deren Hauptgruppe Walter Mellmann schon kurz nach Kriegsende anfertigte. Die Herstellung der weiteren Figuren erstreckte sich dann noch bis zum Jahre 1980.
Neben den vielen plastischen Werken schuf Walter Mellmann aber auch eine große Anzahl von Holzschnitten und Grafiken.
Eine seiner bedeutendsten Grafiken ist ein Kreuzweg mit 14. Stationen aus dem Jahr 1935. Dieser Kreuzweg in Linolschnitt hat auf verschiedenen Ausstellungen viel Beachtung gefunden und ist so in vielerlei Kirchen zu finden. Er hat Aufstellung gefunden in Osterbrock (Emsland), in Düsseldorf, in Zschornewitz (Sachsen), in Zürich und in Güstrow.

1. Kreuzwegstation

Die Reproduktion dieses Kreuzweges von Walter Mellmann ersetzte 1962 eine schon in der Notkirche vorhandene Reproduktion eines von Beuroner Benediktiner für eine Stuttgarter Kirche gemalten Kreuzweges. Eingeweiht wurde er am 7. März 1962 durch den Osnabrücker Weihbischof Dr. Schräder.


 Ludwig Nolde 


Bildhauer

Bild nicht vorhanden

(* 1888 - † 1958)

Ludwig Nolde absolvierte von 1902-1906 seine Lehre bei Lukas Memken in Osnabrück. Nach seiner Lehre ging er einige Jahre auf Wanderschaft, lernte Land und Leute kennen und studierte schließlich an der Kunstakademie in München.
Nach dem 1. Weltkrieg eröffnete er in Osnabrück ein Atelier, und nahezu 50 Jahre währte sein bedeutendes Künstlerleben. Vielfältig und weit über das Osnabrücker Land hinaus bekannt sind seine Arbeiten.
Auch er hatte eine besondere Vorliebe für Weihnachtskrippen, deren erste er 1925 für eine Familie in Biberach / Riß schnitzte. Weitere und bedeutende Krippenfiguren, Krippenreliefs und Krippenblöcke folgten, darunter auch sein wohl bedeutendstes Werk, die Rundkrippe für den ehemaligen Erzbischof Dr. Wilhelm Berning.
Die in der katholischen Kirche von Güstrow befindlichen Statuen der beiden Seitenaltäre - 2 lebensgroße holzgeschnitzte Figuren mit Sockel - wurden seinerzeit der Notkirche von der Mutterpfarrei Rostock aus dem Bestand der "Alten Flora" geschenkt. Sie sind wie die Bronzeplastik draußen von Ludwig Nolde geschaffen.

Seitenaltar vorne links Marienfigur in der Kirche vorne links Josef und das Jesuskind vorne rechts Seitenaltar vorne rechts

Auf dem vorderen linken Seitenaltar befindet sich die vor 1919 geschaffene holzgeschnitzte Mondsichelmadonna mit Sockel. Auf dem rechten Seitenaltar befindet sich ebenfalls eine vor 1919 geschaffene holzgeschnitzte Figur mit Sockel. Es ist der heilige Josef mit dem Jesuskind auf dem Arm.
Die Bronzeplastik außen rechts an der Kirchenwand stellt die zum Himmel auffahrende Gottesmutter Maria dar. Sie wurde, ebenso wie auch das erste Gemeindehaus, von dem Güstrower Kaplan Bernhard Leffers, dem späteren Pastor von Warnemünde 1938 gestiftet und befindet sich erst seit dem 15. August 1938 an der Kirche. In der Württembergischen Metallwarenfabrik Osnabrück 1938 gegossen, ist die Figur 2½ m hoch und ihr Gewicht beträgt 225 kg.

2008   1940   1940   Detail 2008   Detail Inschrift

Signiert ist sie mit:
L. NOLDE
OSNABRÜCK
1938
.


 Paul Dierkes 


Bildhauer & Grafiker

(* 04.08.1907 - † 25.03.1968)

Als Sohn des Steinmetzes Clemens Dierkes 1907 in Cloppenburg geboren, war Paul Dierkes beben seiner bildhauerischen Tätigkeit auch als Zeichner und Grafiker aktiv.
Nach dem Besuch der Volksschule absolvierte er eine zweijährige Steinmetz-Lehre, weil er die väterliche Werkstatt übernehmen sollte. Doch er hatte ein anderes Lebensziel: Er wollte Künstler werden. So studierte an den Kunstakademien in Königsberg und Berlin, bekam 1931 ein Stipendium in Rom und bezog 1933 ein Atelier in Berlin. Sein Wirken ist überhaupt eng mit Berlin verbunden, wo er 1947 auch als Professor an die Hochschule für Bildende Künste kam. In Berlin gestaltete er u.a. das Kreuz auf der Gedächtniskirche und das Bärengehege im Berliner Zoo.
Sein Werk ist geprägt von der Arbeit mit den verschiedensten Materialien und Ausdrucksformen. Vorzugsweise aus Holz und Stein arbeitete er zunächst figürlich, bevor er in den 60er Jahren eine Entwicklung zu ungegenständlichen Formen unternahm, „ die für ihn zunächst und vor allem aus den Strukturen des Materials hervorgingen “ (Karl-Heinz Ziessow).
Als Werke moderner Holzschnitzkunst erhielt die katholische Kirche von Güstrow nach 1946 die links vom Eingang stehende Plastik des Hl. Bruders Konrad von Parzham und das am rechten Pfeiler angebrachte Bild des Antonius von Padua, beides Werke von Paul Dierkes, der ein enger Freund unseres damaligen Pfarrers, des Dechanten August Niemeyers war (Dierkes stammt wie Niemeyer ebenfalls aus Westfalen).
Niemeyer erwähnt, dass die St. Antoniusplastik aus einem Eichenbalken eines bombenzerstörten Hauses in Münster stammt. Ein großer Bombenangriff auf Münster war Anfang Februar 1945. Da Dierkes von 1938-1945 ausser Landes war, erst 1947 ging er nach Berlin, vermute ich, dass die Plastiken um 1946 entstanden sind - also wohl in Münster.

Plastik des Hlg. Antonius Hlg. Konrad von Parzham

Der Marien- bzw. Herz-Jesu-Altar der Delmenhorster St. Marien Kirche hat eine Figur, die auch ein Werk von Dierkes ist, ebenso die 1937 von ihm geschaffene Christkönig - Statue im Turmraum. Unser ehemalige Kaplan Bernhard Leffers feierte hier in der Delmenhorster Kirche 1934 seine Primitz, stammte er doch aus dieser Gemeinde.