" Die Liebe besteht in Mitteilung " sagte einst Ignatius von Loyola, der Gründer des Jesuitenordens. Der eine gibt, was er empfangen hat; der andere empfängt und gibt zurück. Je persönlicher aber man dabei von Gott angesprochen wird umso deutlicher wird einem die eigene Berufung.
Im Laufe der Jahre haben viele Frauen und Männer in unserer Gemeinde ihre Berufung deutlich gemacht. Ob als Katechetinnen in der Stadt oder auf den Außenstationen, Angestellte im Bahnhofsdienst (von 1950-1956 betrieben), Pfarrsekretärin, Gemeindehelferin oder Seelsorghelferin, Fürsorger oder Hausmeister - viel Fleiß, Kraft (einige mussten in den Anfangsjahren bis zu 70 km in der Woche zu Fuß zurücklegen) und " Herzblut " wurde hier investiert.
Nun sind 76 Jahre Kirchengeschichte keine allzu große Zeit, aber schon eine Spanne in der so mancher vergessen, in der an so manchen kaum mehr gedacht wird. Anders ist es jedoch bei einigen, die trotz ihres Heimganges in die Ewigkeit oder ihres Weggehens aus unserer Gemeinde, uns nahe geblieben sind. Namen wie Anton Berger, Herr Paschen, Maria Wagner, Willi Maaß, Maria Mach, Johannes Höpfner, Maria Krause, Karl Tott, Gertrud Koch, Apollonia Klepke, Stefanie Sinn, Maria Siebert, Erich Gehrmann, Anni Kowalewski, Hartmut Storrer oder Brigitte Lorenz werden vielen Gemeindemitglieder noch lange in Erinnerung sein. Einige von ihnen sind aus dem Arbeitsleben heraus gestorben, nach Gottes Fügung war ihr Lebenswerk abgeschlossen, nach unserem Ermessen war es oftmals viel zu früh. Andere haben ihr Leben gelebt, waren wie Maria Siebert, eine ganz fleißige und Liebe und bis ins hohe Alter bei uns in der Gemeinde tätig. Wieder andere, wie Brigitte Lorenz, eine wahrhaft handfeste Gemeindereferentin - sie hätte auch als Hausmeister bei uns arbeiten können, sind aus dem Bereich der Gemeinde weggezogen. Ihnen allen gemeinsam aber gilt unser Dank und unser Erinnern.
Um die geistliche Berufung - um
" Menschsein - Christsein - Jüngersein "
geht es aber vor allem auf dieser Seite.
Wenn wir heute auf all die Jahre zurückblicken, dann waren in unserer Pfarrgemeinde viele Priester und Ordensleute präsent, für ihre Entwicklung prägend und verantwortlich.
Die Gründerväter unserer Pfarrgemeinde
W. Berning - W. Leffers - H. Hemesaat
Dr. theol. Hermann Wilhelm Berning
Bischof von Osnabrück
29.09.1914 - 23.11.1955
(26.03.1877 - † 23.11.1955)
Wilhelm Berning wurde am 26. März 1877 als Sohn des Tischlermeisters Johann Bernard Berning und seiner Ehefrau Elisabeth-Caroline (geborene Rosemeyer) in Lingen geboren.
Ostern 1895 bestand er die Reifeprüfung am Georgianum in Lingen mit einem überdurchschnittlichen Abiturzeugnis. In den folgenden Jahren studierte er in Münster und Breslau Philosophie, Theologie und Geschichte. Über das Hebräische kam er in Berührung mit den orientalischen Sprachen und studierte Arabisch, Syrisch, Armenisch und Koptisch. Wegen seines noch jungen Alters von 22 Jahren wurde er erst nach päpstlichem Dispens am 10. März 1900 zum Priester geweiht.
Im Jahr 1901 wurde er Oberlehrer am Königlichen Gymnasium in Meppen. Neben seiner Gymnasialtätigkeit bildete er von 1904 bis 1914 als Leiter des Pädagogischen Kurses in Haselünne Lehrerinnen aus. Seine nebenamtlichen Aufgaben als Pfarrseelsorger veranlaßten Berning zu sozial-caritativer Tätigkeit. So gründete er den Meppener Arbeiterverein und befürwortete im Gewerkschaftsstreit der Jahre 1909 bis 1912 die Öffnung der katholischen Arbeitervertretungen hin zu interkonfessionellen christlichen Gewerkschaften. Seit mindestens 1903 war Berning Mitglied der Zentrumspartei (dies blieb er bis zu ihrer Auflösung 1933).
Am 26. Mai 1914 zum Bischof von Osnabrück gewählt, wurde er am 29. September 1914 als 37jähriger zum Bischof geweiht. 1921 wurde ihm das Amt des Apostolischen Vikars für die Norddeutschen Missionen übertragen. Aufgrund des preußischen Konkordates wurde das Apostolische Vikariat der Norddeutschen Missionen dann am 1. September 1930 dem Bistum Osnabrück eingegliedert.
Er gründete den Diözesan-Caritasverband (1916), organisierte das Vereinswesen neu (1916), schuf einen Erziehungsverein für verwahrloste Jugendliche und die Kinderferienerholung (1917) und veranlaßte die Niederlassung (Franziskanern in Ohrbeck - 1918) und Gründung von Ordensgemeinschaften (Marien - Missionsschwestern 1920, Liebfrauenschwestern für Familienpflege 1925). Von der am 25. März 1920 gegründeten " Gesellschaft der Missionsschwestern vom heiligen Namen Mariä " kamen am 15. Juli 1946 auch die ersten zwei Schwestern nach Güstrow.
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Im Jahre 1931 wurde er zum Päpstlichen Thronassistent ernannt und am 1. Mai desselben Jahres wurde von ihm das Dekanat Mecklenburg gegründet.
Am 11. Juli 1933 übernahm er einen Sitz im Preußischen Staatsrat (vergewisserte sich im September 1934 der Zustimmung des Papstes über die Beibehaltung des Amtes). Mit diesem Amt verband er nach seinem Selbstverständnis keinen Auftrag des Staates, sondern einen der Kirche mit dem Ziel, deren Freiheit gegenüber dem Staat zu sichern.
Sein Verhätnis zum Nationalsozialismus war geprägt von dem anfänglichen Vertrauen auf die Zusagen Hitlers am 23. März im Reichstag (danach sollte das Christentum wieder Fundament des sittlichen und moralischen Lebens des Volkes werden) und wenig später in der persönlichen Audienz am 26. April 1933.
Von der Propaganda des NS-Regimes mehrmals mißbraucht (z.B. sein Besuch im Emslandlager Aschendorfer Moor am 25. Juni 1936) nahm er aber zusehends den wahren Charakter der Nationalsozialisten wahr und reagierte entsprechend darauf. In der Silvesterpredigt 1941, warf er den Machthabern die Mißachtung der Persönlichkeitsrechte der Menschen wie " das Recht auf Freiheit, auf Leben, auf die Unverletzlichkeit des Körpers, auf Eigentum " vor. Dies führte zu einer unverhohlenen Drohung Hermann Göring`s gegen ihn.
Die Uneinigkeit der deutschen Bischöfe in der Frage der öffentlichen Reaktionen auf die Greueltaten der NS führte dann aber dazu, dass auch sein Einsatz für verfolgte Menschen in den vierziger Jahren zunehmend unwirksam wurde. Dennoch setzte er sich immer wieder für sie ein, so auch für die Lübecker Kapläne Johannes Prassek (1911 - †1943), Hermann Lange (1911 - †1943) und Eduard Müller (1912 - †1943) und den Pfarrer von Neustrelitz Dr. Bernhard Schwentner (1891 - †1944). Berning beauftragte sofort Rechtsanwälte, wandte sich an das Berliner Justizministerium und besuchte die inhaftierten Kapläne mehrmals. Es stimmt nicht, dass er die Kapläne " fallengelassen hat ", wie es die Gestapo ihnen immer wieder einredete. Ihr Todestag (10.11.1943) wird in der Krypta der Lübecker Herz-Jesu Kirche seither in jedem Jahr gefeiert.
Anläßlich seines 50jährigen Priesterjubiläums erhob Papst Pius XII. ihn 1949 in den Rang des Titular-Erzbischofs. Die Stadt Lingen verlieh ihm am 24. März 1952 die Ehrenbürgerschaft, seine Heimatstadt Osnabrück am 26. März 1952.
Am 8. April 1946 gründete er das Bischöfliche Kommissariat in Schwerin.
Mit diesem Schritt reagierte er auf die repressive Politik der sowjetischen Besatzungsmacht, die dann in die deutsche Teilung münden sollte. Obgleich die katholische Kirche in Mecklenburg immer ein Teil des Bistums Osnabrück blieb, begann hier nun der Weg in eine weitgehende Selbstündigkeit. In deren Folge wurde Schwerin in den Jahren 1973 - 1994 zum Sitz eines Apostolischen Administrators, der alle Rechte eines residierenden Bischofs besaß.
Wilhelm Berning verstarb am 23.11.1955 in Osnabrück.
Wilhelm Leffers
Pfarrer der Christus-Gemeinde Rostock
1902 - 1940
(26.03.1871 - † 25.04.1952)
Am 26. März 1871 in Steinbild an der Ems geboren, wurde er am 16.09.1894 in Osnabrück zum Priester geweiht. Mehrere Jahre wirkte er als Kaplan in Ankum (Bz. Osnabrück) und kam dann im April 1902 nach Rostock. Hier erbaute er die Neue Christuskirche (Weihe war am 24.10.1909) und sorgte für die Einrichtung
einer katholischen Klinik, einem Kinderheim und einer Schule.
Wilhelm Leffers war der Gründervater der späteren Pfarrgemeinden Güstrow, Tessin, Marlow und Warnemünde. Der hlg. Vater zeichnete ihn durch die Ernennung zum päpstlichen Geheimkämmerer aus.
Schon in den ersten Jahren des "Dritten Reiches" wurde er aufgrund einer üblen Denunziation verhaftet und in der Strafanstalt Dreibergen bei Bützow für mehrere Jahre eingesperrt. Nach seiner Freilassung kehrte er nach Rostock zurück, wurde aber bereits 1940 erneut verhaftet und inhaftiert. Aufgrund seines
schlechten Gesundheitszustandes wurde er haftunfähig entlassen, durfte aber nicht nach Rostock zurückkehren, ja nicht einmal in Mecklenburg bleiben. Er kam dann nach Altglashütten wo er weiterhin seelsorglich tätig war.
Im Jahre 1949 war er noch einmal zu Besuch in Rostock, wo er mit großer Freude empfangen wurde. Am 25. Mai 1952 starb er in Altglashütten, wo er vorläufig beerdigt wurde (seine letzte Ruhestätte fand er dann in Rostock, so wie er es sich gewünscht hatte).
Der erste eigene Pfarrer nach der Reformation Heinrich Hemesaat
01.04.1920 - 30.04.1941
(11.07.1881 - † 22.06.1951)
Heinrich Hemesaat wurde am 11. Juli 1881 in Osnabrück geboren. Nachdem er seine erste Ausbildung am Gymnasium Carolinum seiner Vaterstadt mit dem Abitur abgeschlossen hatte, erwarb er sich an den Universitäten Freiburg und Münster die theologischen Grundlagen für sein späteres Wirken. Am 23. Februar 1907 empfing er im Dom zu Osnabrück durch Bischof Hubertus Voß die Priesterweihe.
Von 1908 - 1920 in der Diaspora Mecklenburg in der Christus-Gemeinde Rostock als Vikar tätig, besuchte er von 1914 - 1919 jede Woche am Donnerstag die Lazarette des Güstrower Gefangenenlagers auf der Bockhorst und hielt nachmittags in der Stadt den Religionsunterricht für die hiesigen Kinder.
Zum 1. April 1920 zum Pfarrer von Güstrow ernannt, wohnte er zunächst in einem möbilierten Zimmer, das er bei der Witwe des verstorbenen Kreisphysikus Dr. Habermann fand. Anfang 1921 ergab sich dann die Gelegenheit, das Haus in der Besserstraße Nr. 1 zu kaufen, das dann das neue Pfarrhaus wurde.
Am 22.06.1951 verstarb Heinrich Hemesaat in Rostock. Die Gemeinde wird ihn nicht vergessen.
Schwester Christel Barkhoff
15.09.1925 - 27.08.1945
* 01.01.1891 - † 27.08.1945
Die Arbeit in der Gemeinde war durch den Zuzug von Gläubigen aus den Abstimmungsgebieten des 1. Weltkrieges so umfangreich geworden, dass ab September 1925 die Gemeindehelferin, Sr. Christel Barkhoff, aus Essen als Hilfe zu uns kam.
Sie war während des Krieges als Krankenschwester im Felde gewesen, hatte anschließend in Freiburg ihre Ausbildung als Seelsorgshelferin erhalten und war dann 6 Jahre in der katholischen Diaspora tätig gewesen. Durch die Vermittlung des Bonifatiusvereins kam sie dann zu uns, und wurde ein Segen für die junge Pfarrgemeinde.
Es war am 27.August, als sie, nach nur 5 Tagen dem Typhus erlegen, in den Armen ihrer Freundin ihre Seele dem Herrgott zurückgab.
Ein großer Zug begleitete sie am 31. August hin zu ihrer letzten Ruhestätte auf dem Güstrower Friedhof. Blumen und nochmals Blumen sah man in den Händen der Großen und Kleinen! Alle wollten in ihrer sommerlichen Schönheit ihr Grab schmücken - und sie füllten es bis an den Rand.
Nun ruht sie der Auferstehung entgegen, fern ihrer Heimat und ihrer Lieben, aber inmitten ihrer Gemeinde, der sie 20 Jahre lang im Dienste Gottes ihre Liebe geschenkt hat.
Kaplan Carl Fischer
1. 16.04.1924 - 1925
2. 02.10.1926 - 1927
(20.12.1900 - † 28.03.1972)
Carl Fischer wurde am 20. Dezember 1900 in Hamburg-Ottensen geboren. Nachdem er am 16. März 1924 in Osnabrück zum Priester geweiht wurde war er von 1924/25 und 1926/27 Kaplan bei uns in Güstrow.
In Bremen war er dann als Auswanderer - Priester des Raphaelheimes und als Redakteur des Bremer Kirchenblattes "Ansgarius" tätig. Im Jahr 1931 kam er als Pfarrer zurück in sein geliebtes Mecklenburg nach Parchim und ab 1938 nach Neubrandenburg. Im Juli 1946 wurde er dann als Pastor nach Neustrelitz berufen.
Zeitweilig gab es in Mecklenburg mehr polnische als deutsche Katholiken (sie kamen zumeist aus dem Gouvernement Kalisz). Die katholische Kirche stand daher ebenfalls vor einigen Schwierigkeiten. Mit den sozialen Problemen der Polenseelsorge hatte sich vor allem auch Carl Fischer beschäftigt. In seinem Buch " Das Werk der sieben Tage " (um 1930) befinden sich aus dieser Zeit auch zahlreiche persönliche Erinnerungen.
" Sie singen zunächst zum Steinerweichen, und dann hören sie nicht wieder auf. " schreibt er, wenn sie ihr " Serdeczna Matka " anstimmen. " Das ist ein Lied mit schätzungsweise 27 Strophen, und jedes Mal, wenn ein Vers zu Ende war, kam der andere wie aus der Pistole geschossen hinterher so dass der Pastor beim besten Willen nicht dazwischen konnte .... Jetzt macht er es so: wenn der Gottesdienst beginnt, stimmt er selbst ein polnisches Lied an, und sobald sie nach seiner Ansicht genug gesungen haben, fängt er an zu schellen, dann fällt alles in die Knie, schweigt für einen Augenblick, und diese Pause benutzt er, um mit dem Hochamt weiter fortzufahren. "
Als späteres, fast schon militant zu nennendes Mitglied der CDU und Volkskammerabgeordneter der DDR verwirrte er jedoch viele Gemüter. " Ich glaube, dass er selbst außerordentlich unter dem Zwiespalt im Inneren, seiner Treue zur Kirche und seiner Überzeugung, er könne und müsse der Menschheit helfen, leidet " schrieb Dr. Berning an Dr. Schräder am 9.2.1951.
So war es nicht verwunderlich, dass der mecklenburgische Klerus eine ablehnende Haltung gegenüber ihn einnahm, zumal er selbst wenig Verbindung zu seinen Mitbrüdern hielt.
Am 22.10.1952 verunglückte er schwer mit dem Auto auf einer politischen Dienstreise. 1955 schied er dann aus dem kirchlichen Dienst aus und verlebte seinen Ruhestand in Röntgental / Zehdenick bei Berlin. Seit 1970 stationär-medizinisch in Lobetal bei Bernau betreut, verstarb er am 28.03.1972 und wurde in Neustrelitz am 6.04.1972 beigesetzt.
Kaplan Eberhard Grawe
24.04.1926 - 30.09.1926
Kaplan Franz Wippern
05.09.1927 - 30.09.1929
(05.02.1901 - † 27.11.1962)
Franz Joseph Bernhard Wippern wurde am 05. Februar 1901 als Sohn des Apothekers Wippern in Glandorf (bei Osnabrück) geboren. Nach der Hochschulreife am Realgymnasium in Ahlen 1920 begann er mit dem Studium der Theologie von 1920 - 23 in Münster.
Seine Priesterweihe fand am 20.12.1924 in Osnabrück statt. Stationen seines Wirkens waren Aschendorf (1925 - 27), Güstrow (1927 - 29), Georgsmarienhütte (1929 - 31), Kaplan und Lehrer in Haren (Ems; 1931 - 33), Börger (1933 - 37), Aschendorf (1937 - 40), Rulle (1941) und Wettrup (1948 - 62)
Am 27.11.1962 verstarb er als Pfarrer von Wettrup (Krs. Lingen).
Kaplan Wilhelm Steinrücke
25.09.1929 - 30.04.1930
Kaplan Heinrich Tangen
1930 - 28.02.1935
( - † 10.11.1968)
Kaplan Bernhard Leffers
01.03.1935 - 29.02.1938
(24.02.1906 - † 15.10.1948)
Bernhard Leffers wurde am 24. Februar 1906 in Delmenhorst als ältester Sohn des Kaufmanns Heinrich Leffers und seiner Ehefrau Emma (geb. Zurbonsen) geboren. Am 22. Dezember 1934 wurde er im Dom zu Osnabrück zum Priester geweiht. Sein Wunsch in der Diaspora zu wirken fand dann 1935 durch seine Kaplansstelle in Güstrow die Erfüllung.
Ihm hat die Güstrower Gemeinde viel zu verdanken. Sei es das erste Auto mit dem die weiten Entfernungen der Aussenstationen leichter zu bewältigen waren, oder die gußeiserne Marienfigur an der Außenseite unserer Kirche.
Am 19.5.1938 wurde er zum Pastor der neuerrichteten Seelsorgestelle "Maria Meeresstern" in Warnemünde ernannt (2 1/2 Monate nach seiner Ernennung war die Einweihung unseres Gemeindehauses - sein Abschiedsgeschenk an die Pfarrgemeinde). Wie auch schon bei uns, sah er eine besonders wichtige Aufgabe in der Erziehung der Kinder zu glaubensfesten Christen. Diesem Anliegen opferte er jede freie Stunde.
Ein schweres Leiden (Schrumpfniere) schien ihn dann zwingen zu wollen, sein begonnenes Werk aufzugeben - er gab jedoch nicht auf, ließ sich auch nicht an eine leichtere Stelle versetzen und starb am 15. Oktober 1948 in seiner Pfarrgemeinde Warnemünde wo er auch beerdigt werden wollte.
Kaplan Otto Nagel
01.03.1938 - 30.09.1938
Kaplan Eugen Eussner
01.09.1938 - 30.07.1946
(14.10.1910 - † 03.04.1966)
Eugen Eussner wurde am 14. Oktober 1910 in Nassau (Lahn) geboren. Am 19.1 Dezember 1936 in Osnabrück zum Priester geweiht, begann sein priesterliches Wirken als Vikar in Nordstrand. Im Jahr 1938 kam er als Kaplan zu uns nach Güstrow. Nach dem viel zu frühen Tod des Matgendorfer Pfarrers Hermann Pranger (er starb am 22.01.1946 an Typhus) übertrug ihm der Bischof am 1. September 1946 dieses verwaiste Amt. Wie schon sein Vorgänger widmete auch er sich mit Eifer und Ausdauer seiner neuen Gemeinde.
Nachdem er schon 1965 zwei Monate im Krankenhaus verbringen musste, kam er am 16. Februar 1966 wiederum ins St. Hedwigskrankenhaus nach Berlin wo er am 3. April 1966 verstarb.
Pfarrer Bernhard Mecklenburg
01.05.1941 - 26.07.1942
(11.03.1903 - † 03.02.1962)
Bernhard Mecklenburg wurde am 11. März 1903 in Hüntel / Emsland geboren. Nach seiner Priesterweihe im Jahre 1930 wurde er Kaplan in Hagen bei Osnabrück, fünf Jahre später Kaplan in Flensburg. 1937 wurde er Pastor in der neuerrichteten Pfarrgemeinde Herz-Jesu in Bremen.
1941 wurde ihm dann die Seelsorge in den Diasporagemeinden Mecklenburgs mit der Pfarrerstelle in Güstrow übertragen. Diese Arbeit "im Steinbruch des Herrn" überforderte seine körperlichen Kräfte. So versetzte ihn Bischof Berning im August 1942 als Pastor nach Hamburg-Rahlstedt.
Im März 1943 wurde er von der Gestapo inhaftiert und in das KZ Dachau gebracht, von wo er im Mai 1945 zurückkehrte. Aufgrund seiner zunehmenden Krankheit aber wurde er am 1.März 1961 von seinem Amt entbunden. Kurz vor Weihnachten 1961 unterzog er sich in der Robert-Koch Klinik in Freiburg / Brsg. einer schweren Operation, an deren Folgen er am 3.2.1962 starb.
Pfarrer August Niemeyer
09.08.1942 - 09.03.1968
(28.01.1904 - † 09.03.1968)
Päpstlicher Geheimkämmerer
August Niemeyer wurde am 28. Januar 1904 in Iburg am Teutoburger Wald geboren. Nach dem Besuch des Gymnasium Laurentianum in Warendorf / Westf. studierte er in Münster und Osnabrück Theologie.
Am 17. Dezember 1927 im Osnabrücker Dom von Dr. Wilhelm Berning zum Priester geweiht, war er dann als Kaplan in Neubrandenburg, an der Marienkirche in Bremen und am Kleinen Michel in Hamburg tätig.
Durch den Dechanten Heinrich Hemesaat ( unseren ehemaligen Pastor ) wurde er am 09.08.1942 in sein Güstrower Amt eingeführt.
Am 05. Mai 1945 mußte er das Pfarrhaus für die russische Besatzungsmacht räumen. Die Bewohner des Pfarrhauses kamen dann mit 29 anderen Personen im kleineren Saal des Pfarrheimes unter. Der Prälat August Niemeyer bemühte sich in der Nachkriegszeit auch sehr um die beschlagnahmten Glocken der evangelischen Stadtkirchen.
Am 06.09.1958 erfolgte seine Ernennung zum Dechanten und am 22.06.1959 zum Päpstlichen Geheimkämmerer (Prälat).
Im August 1967 feierte Prälat Niemeyer noch sein 25jähriges Ortsjubiläum in Güstrow. Er starb am 09.03.1968 ganz plötzlich auf dem Weg zur Kirche und wurde unter großer Anteilnahme der Gemeinde und Priester (mit dem Weihbischof Dr. Schräder waren noch 70 weitere anwesend) in Güstrow beigesetzt.
Prälat Niemeyer beschäftigte sich gern mit dem Studium der mecklenburgischen Kirchengeschichte und der Kunstdenkmäler des Landes. Mit besonderem Eifer bemühte er sich auch um das Lebenswerk Niels Stensens. Trotzdem war er in erster Linie immer der Seelsorger seiner Pfarrgemeinde. Mit seinem goldenen Humor, der in seinem tiefen Glauben wurzelte, verstand er es seine Mitmenschen immer wieder froh zu machen - war er ihnen in den Jahren der Not stets ein helfender Vater.
Kaplan Herbert Ulbrich
01.07.1946 - 30.11.1948
(28.07.1916 - † 14.10.2005)
Geistlicher Rat h.c.
Herbert Ulbrich wurde am 28. Juli 1916 in Görlitz geboren. Am 14. April 1946 in Osnabrück zum Priester geweiht kam er am 1. Juli 1946 als Kaplan nach Güstrow.
Weitere Stationen seines Wirkens waren Lübtheen (Pastor ab 1.5.1949), Jugendseelsorger für das Bischöfliche Kommissariat Schwerin (ab 1.10.1953), Pastor in Hagenow (ab 1.11.1959) und seit dem 1. April 1972 Pfarrer in Hagenow.
Am 15.12.1981 wurde er zum Geistlichen Rat h.c. ernannt.
Er starb am 14. Oktober 2005 im katholischen Alten- und Pflegeheim in Parchim.
Kaplan Wilhelm Scholz
01.05.1947 - 30.09.1953
(01.04.1917 - † 02.10.2005)
Ehrendomherr des Metropolitankapitels von Kattowitz
Wilhelm Scholz wurde am 01. April 1917 in Gieschewald bei Kattowitz geboren. Erzbischof Dr. Wilhelm Berning weihte ihn am 19.03.1947 in Osnabrück zum Priester und ließ ihn bei uns in Güstrow seine erste Kaplansstelle am 01 Mai 1947 antreten.
Von 1953 - 1988 betreute er als Pfarrer in Rehna seine Gemeindemitglieder, die in 32 Ortschaften zerstreut wohnten. Hier erbaute er auch unter den schwierigen Bedingungen der damaligen ( DDR ) Zeit die dortige Kirche.
Seit 1988 war er Hausgeistlicher im Altenheim St. Josef in Salzbergen wo er dann am 02. Oktober 2005 auch starb und beerdigt wurde.
Kaplan Günther Kokoschka
01.04.1949 - 30.09.1952
(08.01.1919 - † 04.06.1989)
Günther Kokoschka wurde am 8. Januar 1919 in Breslau geboren. Am 20. März 1949 in Neuzelle zum Priester geweiht, kam er als Vikar nach Güstrow.
Weitere Stationen seinen priesterlichen Wirkens waren Stavenhagen (1952,1959), Laage (1955), Schwetzin (1955, 1959), Lübz (1963), Rerik (1966) und Malchow (1972).
Seit Anfang April 1982 im Ruhestand, verstarb er am 4. Juli 1989.
Schwester Maria Ferdinande
01.04.1952 - 30.11.1985
(03.08.1910 - † 07.04.2005)
Stellvertretend für die zahlreichen Missionsschwestern vom heiligen Namen Mariens, die in unserer Gemeinde seit dem 15.Juli 1946 tätig waren, möchte ich hier nur eine von ihnen erwähnen - Sr. Maria Ferdinande.
" Von guten Mächten treu und still umgeben,
behütet und getröstet wunderbar,
so will ich diese Tage mit euch leben,
und mit euch gehen in ein neues Jahr. ... "
Sie betete gern diesen Text von Dietrich Bonhoeffer. Sicher waren ihr die Gedanken Stütze und Halt in einer damals recht schwierigen Zeit in Mecklenburg.
Schwester Maria Ferdinande (geborene Wischmeier) erblickte am 03. August 1910 in Dreierwalde bei Rheine das Licht der Welt. Sie trat am 08. September 1933 in die Ordensgemeinschaft ein und legte am 24. März 1936 die erste Profess, am 30. September 1940 dann die ewige Profess ab.
Ihre berufliche Tätigkeit übte sie in St. Annen, Wellingholzhausen, Ludwigslust, Neubrandenburg und natürlich auch in Güstrow aus.
Über 33 Jahre war sie in unserer Gemeinde tätig, wirkte in der von ihr eingeführten "Fröhlichen Hergottstunde" ebenso wie im Religionsunterricht. Fast ein halbes Menschenalter hat sie eine ganze Generation aufwachsen sehen und geprägt. Hat uns einen Teil unseres Glaubens vermittelt und uns darin gestärkt, stand sie uns immer helfend zur Seite.
Seit 1992 verlebte sie ihren Lebensabend im Mutterhaus ihres Ordens, im Marienhaus in Meppen. Hier verstarb sie dann auch im Alter von 94 Jahren am 07. April 2005.
Kaplan Günther Danitz
01.09.1952 - 30.09.1955
Kaplan Erich Dolega
01.09.1953 - 01.03.1956
( - † 23.10.1984)
Kaplan Ludwig Schöpfer
01.09.1955 - 28.10.1959
(10.12.1930 - )
Ludwig Schöpfer wurde am 10. Dezember 1930 in Berlin-Wilmersdorf geboren. Nach seiner Priesterweihe am 29. Juli 1955 in Schwerin kam er als Kaplan nach Güstrow.
Weitere Stationen seines Wirkens waren Schwerin (1959), Marlow (1967) und Waren / Müritz (1971), ab 1986 auch Pfarradministrator von Röbel und Malchow.
Kaplan Rudolph Thomas
07.03.1956 - 19.10.1957
( - † 18.03.1988)
Kaplan Wilhelm Hohn
1. 01.07.1956 - 2. 04.12.1959 - 07.09.1962
(1921 - † 11.02.2008)
Im schlesischen Ohlau 1921 geboren, studierte Wilhelm Hohn von 1946 bis 1950 Theologie und wurde 1951 in Osnabrück zum Priester geweiht. Nach erstem Einsatz in Bad Oldesloe war er von 1952-54 Kaplan in Tessin, von 1955-56 in Parchim und am 1. Juli 1956 kam er erstmalig als Kaplan nach Güstrow. Zwischenzeitlich war er 1957 Kaplan in Waren und kam dann zum zweiten Mal, nun aber etwas länger, am 4. Dezember 1959 wieder nach Güstrow.
Nachdem Pfr. Kindermann aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand ging, kam er am 8. September 1962 als neuer Pfarrer nach Krakow am See.
1974 tauschte er mit dem Bützower Kaplan Marquardt die Stelle und war vom 14. November 1974-76 Pastor in der Antoniusgemeinde Bützow.
Wilhelm Hohn lebte bis zu seinem Tod am 11. Februar 2008 als Pfarrer i. R. in Duisburg.
Kaplan Hans Naczenski
08.09.1962 - 06.08.1965
(29.12.1925 - † 14.05.2007)
Am 29. Dezember 1925 in Proskau (Kr. Oppeln - heute Polen) als Johannes, Sohn des Schornsteinfegers Martin und seiner Frau Hedwig Naczenski geboren absolvierte er ab 1943 seinen Wehrdienst. Die Zeit von 1945 - 1948 verbrachte er in Kriegsgefangenschaft in der Nähe von Astrachan an der Wolga.
Von 1948 - 1953 studierte er Theologie, Philosophie und Pädagogik in Königsstein, Osnabrück und München. Am 20.12.1953 wurde er dann zum Priester geweiht.
Am 1. September 1962 kam er als Kaplan nach Güstrow. Vorher war er als Vikar in Billstedt-Geesthach, Ludwigslust und Schwaan (1954) sowie Schwerin (1955) und Wittenburg (1959) tätig. - weiteres weiter unten bei Pfarrer Hans Naczenski -
Kaplan Franz Josef Abel
01.09.1965 - 30.09.1966
Pfarrer Hans Naczenski
01.05.1968 - 30.11.1994
(29.12.1925 - † 14.05.2007)
Am 29. Dezember 1925 in Proskau (Kr. Oppeln - heute Polen) als Johannes, Sohn des Schornsteinfegers Martin und seiner Frau Hedwig Naczenski geboren absolvierte er ab 1943 seinen Wehrdienst. Die Zeit von 1945 - 1948 verbrachte er in Kriegsgefangenschaft in der Nähe von Astrachan an der Wolga.
Von 1948 - 1953 studierte er Theologie, Philosophie und Pädagogik in Königsstein, Osnabrück und München. Am 20.12.1953 wurde er dann zum Priester geweiht.
Am 1. September 1962 kam er als Kaplan nach Güstrow. Vorher war er als Vikar in Billstedt-Geesthach, Ludwigslust und Schwaan (1954) sowie Schwerin (1955) und Wittenburg (1959) tätig.
Nach seiner Güstrower Kaplanszeit (1962 - 1965) wurde er Pfarrer von Crivitz (09/1965). Am 01. Mai 1968 ernannt, wurde er durch Dechant Weidner aus Ribnitz am 09. Mai 1968 in sein neues Amt als Pfarrer von Güstrow eingeführt.
Sein silbernes Priesterjubiläum feierte er am 20.12.1978 und sein goldenes, nachdem er am 30.11.1994 in den Ruhestand ging, am 20.12.2003 im Kreise seiner Gemeinde.
" ... Wir sollen den anderen vorangehen, aber uns nicht um die ersten Plätze rangeln. Es kommt nicht darauf an, als wievielter man losrennt, sondern als wievielter man ankommt. Die letzten werden die ersten sein. Damit sind nicht die Trägen und Drückeberger gemeint, sondern die an der Seite derer, die es schneller nicht schaffen. ... "
(aus : "Was es dort zu Hören gibt" von Hans Naczenski)
Hans Naczenski, Pfarrer i.R. verstarb in den Morgenstunden des 14. Mai 2007 in Güstrow.
Kaplan Gerhard Bollweg
01.10.1968 - 30.08.1971
(23.04.1939 - )
Gerhard Bollweg wurde am 23. April 1939 in Groß Wüstenfelde geboren und am 29. Juli 1965 in Matgendorf zum Priester geweiht.
Nach seinen Wirkungsstätten in Sternberg (1965), Zühr, Grevesmühlen, Ludwigslust und Wismar (1966) kam er am 1. Oktober 1968 als Kaplan nach Güstrow.
Weitere Stationen als Kaplan in Bützow (1971), Jugendseelsorger im Bischöflichem Kommissariat Schwerin und Pfarrer in Röbel (1973), Pfarrer in Bützow (1976), Seelsorger für die Stafvollzugseinrichtungen in Bützow und Neustrelitz (1980) und Pfarradministrator in Schwaan (1986) folgten.
Seit 1994 ist er Pfarrer in Goldberg und bis zum 31.12.2005 auch Pfarradministrator von Krakow am See.
Kaplan Anton Beer
01.09.1971 - 30.05.1975
(16.12.1938 - )
Anton Beer wurde am 16. Dezember 1938 in Pernharz geboren und am 21. Dezember 1965 in Neustrelitz zum Priester geweiht.
Als Kaplan 1966 nach Wittenburg gekommen, waren Malchow, Zühr, Parchim und Schwerin (1967) weitere Stationen seines Wirkens. Im November 1971 wurde er dann Kaplan bei uns in Güstrow. Kaplan " Toni " war aufgrund seiner vielfältigen Talente sehr beliebt in der Gemeinde.
Zum 1. Mai 1975 zum Pastor von Grevesmühlen ernannt, wurde er danach Pfarrer in Wittenburg (1982), Röbel und Mirow (1983), Pfarradministrator von Malchow (1985), Pfarrer von " St. Josef " in Rostock (1986) und seit 1994 Pfarrer in Friedland.
Kaplan Bernhard Angrick
01.05.1975 - 15.05.1977
(03.03.1950 - )
Bernhard Angrick wurde am 3. März 1950 in Schwerin geboren und am 5. April 1975 dort auch zum Priester geweiht. Als Neupriester kam er am 1. Mai 1975 als Kaplan nach Güstrow.
Weitere Stationen seines Wirkens waren Boizenburg (1977), Wismar (1978) und Rostock (" St. Thomas Morus " - 1982 und Evershagen + Warnemünde - 1986). Seit dem 16. August 1993 ist er Pfarrer von Wittenburg und Zühr.
Kaplan Ulrich Karsten
22.05.1977 - 31.08.1980
(06.05.1951 - )
Ulrich Karsten wurde am 6. Mai 1951 in Loitz geboren. Seine Priesterweihe erfolgte am 16. April 1977 in Waren - Müritz.
Als Neupriester am 22. Mai nach Güstrow gekommen, war er nicht nur bei der Jugend ein sehr beliebter Kaplan (im Schach war er kaum zu schlagen).
Weitere Stationen seines priesterlichen Wirkens sind Rostock - Lütten Klein (1980), " Herz Jesu " Berlin (1982), Bad Doberan und Kühlungsborn (1985) gewesen.
Seit 1993 ist er Pfarrer in den Pfarrgemeinden Rostock - Warnemünde und Rostock - Evershagen.
Kaplan Peter S. (laisiert)
01.09.1980 - 1981
Am 1. September 1980 nach Güstrow gekommen wurde er gleichzeitig Administrator der Gemeinde Allerheiligen in Krakow am See.
Pfarrer Karl Josef Meyer OP
01.12.1994 - 01.12.2000
(06.07.1955 - )
Ordenspriester der Dominikaner
Am 06. Juli 1955 im Eichsfeld geboren wurde Karl Josef am 04. Juli 1984 zum Priester geweiht.
Aus Hamburg dann 1994 nach Güstrow gekommen (er gehörte zum Dominikanerkonvent St. Johannes) hatte Karl Josef Meyer OP großen Anteil an der Entwicklung unserer Gemeinde - nicht nur durch den Bau des neuen Gemeindehauses. Er förderte bedeutend die Aktivitäten in der Gemeinde, sei es durch persönliche Kontakte, Gebete, Gottesdienste oder gemeinsam gestaltete Andachten, aber auch im Bereich der Ökumene - im Zusammenwachsen der Christen unserer Stadt, hat sich sein Wirken über seine Zeit hinaus segensreich ausgewirkt. So wurde z.B. das jährliche Gemeindefest der Stadtkirchen von ihm ins Leben gerufen und ist seither fester Bestandteil unseres Gemeindelebens.
Sechs Jahre lang ging er als Pfarrer mit uns gemeinsam ein wichtiges Stück unseres Weges und die Versetzung durch seinen Orden war ein schwerer Schlag für unsere Gemeinde.
Nun ist er als Pfarrer in der Wallfahrtskirche / Pfarrei Maria Heimsuchung in Klausen tätig.
Bruder Heinrich Kempa
01.10.1996 - 01.12.2000
( - )
Dominikaner
Im Oktober 1996 aus Leipzig dazugekommen war Bruder Heinrich nicht nur in unserer Pfarrgemeinde tätig, sondern auch überregional in der Jugendarbeit Mecklenburgs. Mit ihm verbinden wir eine immer festlich geschmückte Kirche zu jeder Jahreszeit, sei es der Blumenschmuck oder die weihnachtliche Krippe, aber auch inhaltsvolle Predigten. Er kümmerte sich aufopferungsvoll um die Ministranten, gab Religionsunterricht, Krankenkommunion, führte Kinder- und Jugendandachten durch und bereicherte durch seinen Einfallsreichtum und sein Wissen nicht nur die religiösen Kinderwochen.
Der überraschende Abzug der beiden Dominikaner Ende 2000 hat uns somit doppelt getroffen und uns deutlich gemacht, wieviel sie uns bedeutet - und was sie für uns geleistet haben.
Nach seinem Weggang aus Güstrow war er im Konvent Sankt Albert in Leipzig-Wahren aktiv. Seit Februar 2007 ist Bruder Heinrich seelsorglich in der Pfarrei Maria Heimsuchung in Klausen tätig.
Seelsorger in der Gemeinde Allerheiligen Krakow am See
Nach der Reformation gehörte Krakow am See als Außenstation zur Güstrower Pfarrgemeinde Mariä Himmelfahrt. Von ihr wurde seit 1924 wieder katholischer Gottesdienst und seit 1938 auch Unterricht in der Stadt gehalten, bis Krakow am 1. August 1946 ein selbstständiger Seelsorgebezirk wurde.
Der erste eigene Pfarrer nach der Reformation
Pfarrer Pius Kindermann
01.08.1946 - 01.09.1962
(03.11.1903 - † 18.02.1964)
Pius Kindermann wurde am 3. November 1903 in den Sudeten geboren, besuchte das Priesterseminar in Leitmeritz und wurde dort am 1. Juli 1928 zum Priester geweiht.
Als Kaplan in Brüx hatte er in den Jahren von 1928 - 1937 oft bis zu 30 Wochenstunden Religionsunterricht gehalten. Von 1937 an übernahm er die Gemeinde in St. Georgenthal (Kreis Warnsdorf, Tschechoslowakei). Am 13. Juli 1946 als einer der letzten seiner Gemeinde aus den Sudeten ausgewiesen, kam er am 3. August 1946 in Krakow am See an.
Als erster eigener Seelsorger kümmerte er sich nun um die Belange seiner noch jungen Gemeinde. 1957 erlitt er einen ersten Schlaganfall, von dem er sich nicht mehr erholen sollte. Weitere folgten und so musste er am 1. September 1962 aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand gehen. Er zog mit seiner Haushälterin, Frau Ozimeg, ins Pflegeheim nach Dreilützow, wo er am 18. Februar 1964 verstarb.
Kaplan Gerhard Herrmann
17.12.1961 - 31.08.1962
(05.06.1930 - † 17.10.1993)
Gerhard Herrmann wurde am 5. Juni 1930 in Heilsberg (Ostpreußen) geboren und wuchs in Rostock auf. Vor seinem Theologiestudium in Erfurt holte er im Spätberufenen-Seminar " St. Norbertus " in Magdeburg das kirchliche Abitur nach (zuvor arbeitete er als Postangestellter).
Am 30. November 1961 wurde er von dem Weihbischof Dr. Bernhard Schräder in der Rostocker Christuskirche zum Priester geweiht.
Als Neupriester am 17. Dezember 1961 nach Krakow gekommen, waren Parchim (1962), Neukloster (1964), Graal Müritz (1967) und Tessin (ab 1975) Stationen seines weiteren Wirkens.
Im Jahr 1992 in den Ruhestand gegangen, verstarb er nach schwerer Krankheit in Tessin am 17. Oktober 1993 im Alter von 63 Jahren.
Pfarrer Wilhelm Hohn
08.09.1962 - 14.11.1974
(1921 - † 11.02.2008)
Im schlesischen Ohlau 1921 geboren, studierte Wilhelm Hohn von 1946 bis 1950 Theologie und wurde 1951 in Osnabrück zum Priester geweiht. Nach erstem Einsatz in Bad Oldesloe war er von 1952-54 Kaplan in Tessin, von 1955-56 in Parchim, 1957 Kaplan in Waren und von 1959-62 in Güstrow.
Nachdem Pfr. Kindermann aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand ging, kam er am 8. September 1962 als neuer Pfarrer nach Krakow am See.
1974 tauschte er mit dem Bützower Kaplan Marquardt die Stelle und war vom 14. November 1974 - 1976 Pastor in der Antoniusgemeinde Bützow.
Wilhelm Hohn lebte bis zu seinem Tod am 11. Februar 2008 als Pfarrer i. R. in Duisburg.
Josef Marquardt wurde am 23. Mai 1937 in Lichtenau / Ostpreußen geboren und am 5. März 1966 in Neubrandenburg zum Priester geweiht.
Nach seiner ersten Stelle als Kaplan in Laage waren weitere Stationen in Wittenburg, Waren / Müritz und Bützow.
Im November 1974 aus St. Antonius in Bützow als Pastor nach Krakow gekommen, wurde er am 1. Oktober 1978 zum Pfarrer der Gemeinde Allerheiligen Krakow ernannt.
Zum 1. September 1980 wurde er als Pfarrer nach Friedland versetzt, von dort 1985 nach Mirow. Er verstarb am 30. Dezember 2005 in Neubrandenburg.
Diakon Paul Kaiser
01.09.1980 - 1990
(10.11.1942 - )
Am 10. November 1942 in Danzig geboren, wurde Paul Kaiser am 21. September 1974 in Schwerin zum Diakon geweiht.
Nach einer sechsjährigen Zeit als Diakon im Jugendseelsorgeamt in Teterow kam er am 1. September 1980 als ständiger Diakon nach Krakow am See. Bis zu seinem Abschied 1990 wirkte er zehn Jahre in der Krakower Gemeinde Allerheiligen.
Seit 1990 ist er in der Ribnitzer Filialgemeinde St. Paulus in Marlow tätig.
Kaplan Peter S. (laisiert)
01.09.1980 - 1981
Am 1. September 1980 nach Güstrow gekommen wurde er gleichzeitig Administrator der Gemeinde Allerheiligen in Krakow am See.
Diakon Siegfried Prey
1990 - 2002
(21.03.1937 - )
In Stettin am 21. März 1937 geboren, wurde Siegfried Prey am 20. September 1975 in Rostock (St. Josef) zum Diakon geweiht.
Stationen seines Wirkens als ständiger Diakon waren Kröpelin (1975 - 1979), Neubukow (1979 - 1983), Marlow (1983 - 1990) und schließlich Krakow am See.
Von 1990 bis zu seinem Ruhestand im Jahr 2002 wirkte er hier in der Pfarrgemeinde Allerheiligen.
Mit dem letztem Diakon endet die Liste eigener Seelsorger in Krakow am See. Als Filialkirche der Goldberger Pfarrei Heilige Familie wurde sie bis zum 30. Dezember 2005 von dieser betreut. Seit dem 1. Januar 2006 ist sie per Dekret wieder Filialgemeinde der Güstrower Pfarrei Mariä Himmelfahrt Güstrow. Die eigentliche Amtsübernahme fand hingegen erst am 17. September 2006 statt.
Ein herzliches Dankeschön für die freundliche Unterstützung dem Osnabrücker " Kirchenboten ", dem Bistumsarchiv von Osnabrück und den vielen anderen Helfern die uns bei unserer Suche nach Informationen unterstützt haben. DANKE !